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Auch ich in Verdun III. Zu den Ansichten und Zeichnungen des Kriegsreisenden Goethe.

Alexander Roob

Das gleichnamige Buch ist, herausgeben von Ignaz Knips und Gerhard Theewen, 2008 in der Reihe édition questions im Salon Verlag Köln erschienen.


3) Verdun revisited

Der politische Goethe gilt in Germanistenkreisen als „schwierig“.  Seine diesbezüglichen Ambitionen werden gerne als randständige und vernachlässigenswerte Problemzonen innerhalb der monumentalen schöngeistigen Ganzheit aus Dichtkunst und Naturforschung abgehandelt, in der man ihn anzustaunen gewohnt ist. Was dabei völlig außer Acht gelassen wird, ist, dass politische Wirksamkeit für Goethe selbst alles andere als ein Nebenaspekt seiner Existenz war: Je älter er wurde, desto mehr gefiel er sich in der Rolle des Staatsmannes und aristokratischen Würdenträgers, der souverän Kontrolle ausübt.

Mit dem Hereinbruch der Französischen Revolution war es eben diese politische Wirksamkeit, die auch einen immer größer werdenden Einfuß auf sein dichterisches Werk bekam. Sein Spätwerk schließlich löste bei den jüngeren Zeitgenossen nur noch Unverständnis aus. Dabei mögen Irritationen über einen kryptischen Symbolismus und eine vertrackte Konstruktionsweise eine Rolle gespielt haben; es war aber vor allem der offen zu Tage liegende reaktionäre Gehalt, der den Autor als überzeugten Repräsentanten der verhassten Metternichschen Repressionspolitik auswies, der die anfängliche massive Ablehnung dieser Werke begründete.

Als er 1832, wenige Jahre nach dem Ausbruch der zweiten Französischen Revolution, die die Bürgerliche genannt wurde, starb, war die alte absolutistische Ordnung, in der seine ganze Existenz verfangen war, nur noch eine Schimäre, die mit den veränderten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen nicht mehr zur Deckung zu bringen war. Die Einheit aus poetischer und politischer Wirksamkeit, die er repräsentiert hatte, war buchstäblich bankrott, und die Intellektuellen des Jungen Deutschland, die er nicht nur patronisiert und diffamiert, sondern auch zensiert hatte, warfen ihm verständlicherweise kaum einen Nachruf hinterher.

Während Heinrich Heine mit Goethes Tod das Ende einer von ihm bewunderten „Kunstperiode“ prognostiziert hatte, war es wiederum Heines Gegenspieler Börne, der tiefer in die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse hineingriff, als er in seinem 16. Pariser Brief kurz nach dem Tod des Dichters vermerkte : „Es ist mir, als würde mit Goethe die alte deutsche Zeit begraben, ich meine an dem Tage müsse die Freiheit geboren werden.“

Bekanntlich erfüllten sich die Hoffnungen, die Börne mit Goethes Ableben verbunden hatte, nicht. Der lange schwelende Freiheitsdrang, der dem „Hohenpriester von Karlsbad“53 keine Träne hinterher weinen konnte, wurde nach dem Ausbruch der 1848er Revolution in einer Folge von konzertierten Militäraktionen europaweit erstickt. Es bedurfte weiterer Jahrzehnte, bis Goethe vor dem Hintergrund eines zweiten deutschen Frankreichfeldzugs, der Sedan diesmal nicht unerobert liegen ließ, als jener monumentale Olympier neu erfunden wurde, dem die Germanisten- und Anthroposophenwelt seither ehrfürchtig zu Füßen liegt.


Joseph Keppler, “Hifalutin“ Hohenzoller, Puck, 25.05.1895, New York, Lithographie (MePri). Satirische Darstellung des auf den hochgerüsteten alten Feudalstrukturen basierenden Größenwahns des wilhelminischen Kaiserreichs.

Das Wilhelminische Kaiserreich, das im Machtzentrum der besiegten französischen Nation in Versailles proklamiert worden war, erschuf sich einen Goethe, der die Entsprechung des preußischen Expansionswillens auch im kulturellen, sprich geistig–naturwissenschaftlichen Bereich, repräsentieren sollte.54 Der französische Literaturkritiker und Romancier Barbey d'Aurevilly hat die aggressive Note der Wirkkraft des germanischen Kulturexportartikels Goethe während des preußisch-französischen Krieges ganz treffend mit der einer Kruppkanone verglichen.55 Absurderweise war Goethes politische Wirksamkeit, die in der weitgehenden Ausklammerung seiner realpolitischen Tätigkeiten bestand, damit größer denn je, und sie wirkte systemstabilisierend sowohl im Kaiserreich als auch im Nationalsozialismus, und ebenso im ostdeutschen Arbeiterstaat wie in der westdeutschen bürgerlichen Nachkriegsdemokratie. Selbst die neue deutsche Einheit versammelt sich wieder gerne zu repräsentativen Zwecken unter seiner Licht spendenden Aureole.

Die kurvenreiche Wendigkeit seiner Rezeptionsgeschichte in Deutschland findet ihre Entsprechung in dem beständigen Wechselspiel von Goethes Haltungen und Meinungen zu allen möglichen Sachverhalten. Von den Kritikern wird sie gerne als metamorphotische Qualität gepriesen, als Proteusartigkeit, die immerhin geeignet ist, das Perpetuum mobile der Goetheexegese wie geschmiert am Laufen zu halten.

Dabei war er gerade was seine politischen Grundüberzeugungen betraf, so unverrückbar fest, dass sein ewiger Widersacher Börne sich veranlasst sah, ihn in seinem Beharren auf die alten absolutistischen Ordnungsmuster als einen „Stabilitätsnarren“ zu bezeichnen. Mit zunehmendem Alter fühlte er sich mehr und mehr von einem „unseligen Parteiengeist“ und „Demokratismus“ bedroht, in denen er nur luziferische Verwirrspiele und freche Überschreitungen von angestammten Standesgrenzen ausmachen konnte. Von antirepublikanischen Allergien geprägt war auch seine Ablehnung der nationalen Einigungsbewegungen, die in ihrer Frühphase eindeutig eine liberal-demokratische Orientierung hatten. Hinzu kam, dass sein pragmatischer Instinkt jede Auflösung des Partikularismus in eine zentralistisch gelenkte deutsche Gesamtstaatlichkeit als Bedrohung seines Weimarer Machtgefüges empfinden musste.

Dass Goethe neuerdings als Europavisionär gefeiert wird, hängt neben seiner Ablehnung nationalistischer Tendenzen vor allem mit seiner kosmopolitischen Ausrichtung in kulturellen Fragen zusammen. Aber gerade in diesem Punkt zeigt sich wiederum seine grundlegende Ambivalenz. Einerseits propagierte er eine kulturelle Internationalität unter der Flagge einer Weltliteratur, andererseits ging er dabei aber in bester kulturchauvinistischer Tradition von dem Supremat der Deutschsprachigkeit aus.56

Mit der Vision eines Europas der freien Völker, die im Zuge der 48er Revolution von Giuseppe Mazzini und anderen Republikanern propagiert wurde, ist Goethes Ideal von Überstaatlichkeit nicht kompatibel. Im Gegenteil: Es ist das Europa der absolutistischen Allianzen, das er meinte, das Europa, das Metternich als ideologischen Schirm zur Bekämpfung liberal-demokratischer Emanzipationsbestrebungen aufgestellt hatte.

Über die antinationalistischen Tendenzen in dem Weltbild ihres Namensgebers konnte sich der Goetheianismus des Wilhelminischen Kaiserreichs getrost hinwegsetzen, denn er betraf im Kern ja nur die republikanische Provenienz dieser Triebfeder kommender Weltkonflikte, nicht aber seine absolutistische Kehr- oder Wendeseite, die im Kaiserreich manifest war. Die Zwischentöne, die Goethes Werk ausmachen – sie reichen von einer Ablehnung jeder Volkstümelei und militaristischer Bestrebungen bis hin zu seiner Hoffnung auf Erlösung aus politischer Instabilität durch die Diktatur einer ordnenden Führernatur – wurden dabei unter den Tisch gekehrt.

In dieser Verfassung kehrte Goethe zurück nach Verdun, und zwar in vertausendfachter Ausgabe als geistiges Rüstzeug in den Tornistern deutscher Soldaten. Sein „ Faust“ war Reichskult geworden und ging in riesigen Auflagen in Form der sogenannten „Feldausgaben“ zur Versorgung der Weltkriegstruppen vom Stapel.57  Goethe hatte darin, so war die allgemeine Lesart, nicht nur das deutsche Wesen aus den Untiefen der Historie heraufbeschworen, sondern es auch noch mit einer besonders hervorragenden Begabung ausgestattet, nämlich dem Gen zur Eroberung und Expansion; Expansion sowohl in geistiger als auch in territorialer Hinsicht; der erste Aspekt ist repräsentiert im ersten Teil des Faust, der letztere im zweiten Teil.



Paul Thiriat, A Winter´s Night on the French Front at Verdun, The Graphic, 29.02. 1917 (MePri).

Das Weltkriegs-Verdun steigerte Goethes Selbstversuch zur Erforschung des „Kanonenfiebers“, den er bei Verdun unternommen hatte, ins Kollektive und Monumentale: Aus seinem Fronterlebnis, zu dem ihn, wie er schreibt, „ ein Geist, den jede Gefahr zur Kühnheit, ja zur Verwegenheit aufruft“, verleitet hatte,58 war, um einen Begriff des Goetheianers Ernst Jünger zu verwenden, ein „Stahlgewitter“ von ungeheurerem Ausmaß geworden, in dem schließlich die letzten Reste von Heroismus untergegangen sind.59 Bedeutete Goethes zweites Verdun den kurzfristigen Bankrott des harmonikalen Weltgefüges der Weimarer Klassik in einer massensuizidalen Blutorgie, so erstieg die usurpatorische Identifikationsfigur des Faust und mit ihm sein Verfasser selbst bald schon wieder wie ein Phoenix aus der Asche, diesmal als „Faust im Braunhemd“.60

Es war vor allem Goethes missachtetes und unverstandenes Spätwerk, das während der Zeit des Nationalsozialismus virulent wurde. Die Gesellschaftsentwürfe und dämonischen Szenarien, die er im posthum veröffentlichten zweiten Teil des „Faust“, so wie in dem gleichzeitig entstandenen Roman „Wilhelm Meisters Wanderjahre“, vor dem Hintergrund der Herausforderungen der industriellen Revolution entworfen hatte, begannen nun plötzlich nach Ablauf eines Säkulums realistische Konturen zu gewinnen.

Die umfangreiche und verdienstvolle, von Karl Robert Mandelkow zusammengestellte Darstellung der Rezeptionsgeschichte Goethes in Deutschlands61 bleibt letzten Endes Beweise für ihre Behauptung schuldig, die nationalsozialistische Ideologie habe sich Goethes Gedankengut in ungerechtfertigter Weise angeeignet und sie in ganz besonderer Weise missbraucht. Das Gegenteil ist der Fall. Das Alterswerk Goethes wimmelt geradezu von Passagen, die in oft verblüffender Weise faschistische Visionen und Diktionen vorwegzunehmen scheinen.

Die Beunruhigung über die Nähe von Goethes Altersvisionen zur totalitären Wirklichkeit war groß bei Zeitgenossen der Nazidiktatur wie Gottfried Benn, der über die „SS-Lyrik“ in der Beschreibung der imperialen Eroberungskriege im zweiten Teil der Faust-Dichtung erschrocken war, oder bei Paul Celan, der in den düsteren, von „Übermenschen“62 und lemurenartigen Sklavenheeren bevölkerten Szenerien derselben Dichtung den Holocaust präfiguriert sah und sie stellt sich ein bei aktuelleren Interpretatoren wie Adolf Muschg, dem Herausgeber einer neueren Edition der „Wanderjahre“63, der angesichts der antisemitischen Sozialutopie 64, die darin entworfen wird, von einem „Hautgout“ spricht, der nur mit einer gehörigen Beimischung von Ironie zu ertragen sei - die jedoch weitgehend absent ist.


Die Bündephantasie, die Goethe in den Wanderjahren als Gegenwurf zu den Idealen der Aufklärung aufstellt, die ihm als Wurzel aller verhassten libertinären Unruhen galten, entwickelt sich in den verschachtelten Erzählstrukturen des Romans auf eine beklemmende Vision von Gesellschaft zu, in der die Polizeistaatlichkeit der Restaurationszeit in ein dem Sicherheitsbedürfnis und den Elitevorstellungen des Dichters entsprechendes totalitäres Extrem getrieben wird. „Ein Hauch von Gulag“ wehe darüber, schreibt Muschg in seinem Nachwort. Er hätte auch leicht in eine andere Richtung als die stalinistische weisen können.


Eines der zentralen Verben in Goethes Alterswerk ist das „Beiseiteschaffen“ bzw. „Zur - Seite -schaffen“ oder „ Auf - die - Seite - Schaffen“. „Wer sich unbequem erweist“, heißt es in der Wanderjahre -Utopie „ wird beseitigt, bis er begreift, wie man sich anstellt, um geduldet zu werden.“65 Schwarze Stellen wie diese in Goethes Dichtungen haben sich bisher immer in einem eindeutig fiktionalen Bereich verorten lassen. Vor dem Hintergrund der detaillierten Erkenntnisse über Goethes realpolitische Wirksamkeit in Weimar, die die Recherchen von W. Daniel Wilson zu Tage gefördert haben, werden die betreffenden Passagen allerdings mit einer neuen, realistischeren Konturierung versorgt.

Goethe war nämlich, soviel geht aus dem Studium der Weimarer Regierungsakten hervor, in den vielfältigen Funktionen, die er ausübte, mit dem Vorgang der Beiseiteschaffung in allerlei Schattierung durchaus vertraut. Als Jurist beispielsweise war sein Votum im Weimarer Consilium Ausschlag gebend gewesen für die Hinrichtung einer jungen Kindsmörderin; ein Verdikt, das damals durchaus nicht mehr im üblichen Rahmen der Rechtssprechung lag und Proteste hervorgerufen hatte.66 Als Leiter der Weimarer Kriegskommission war Goethe des weiteren verantwortlich gewesen für den Verkauf von Häftlingen und umherziehenden Obdachlosen an einen privaten Rekrutierungswerber. Es handelte sich dabei um Fälle von staatlichem Menschenhandel, die die Staatskasse aufbesserten und die nicht selten für die Betroffenen, wenn es sich zum Beispiel um Kriegseinsätze gegen die amerikanischen Freiheitskämpfer handelte, einer Todesstrafe gleich kamen.67 Für Goethe boten sich solche gewinnbringenden, aber Menschenrechte verletzenden Entsorgungsmöglichkeiten nicht nur im Falle von Kriminellen an, sondern auch wenn es darum ging, „einen unruhigen Kopf“ auf „nützliche Weise“ loszuwerden, wie im Falle des aufmüpfigen Jenaer Studenten Nolte geschehen.68


J.W .v. Goethe, Rekrutenaushebung, März 1779, Tusche laviert (Stiftung Weimarer Klassik).

Es wäre allerdings abwegig, von wenigen bekannten Fällen Menschenrechte verletzenden Verhaltens aus zu schließen, Goethe habe als Politiker in Weimar eine Art Gewaltherrschaft ausgeübt. Allerdings tat er sich dort, wo es um staatliche Maßnahmen gegen aufrührerisches oder vermeintlich aufrührerisches Verhalten von Untertanen ging, in der Regel als Hardliner hervor, der nicht nur in der Lage war, für rigide Pressionen zu plädieren, sondern diese auch durchzusetzen. Das Bild vom Geheimrat von Goethe als einem moderaten Diener eines friedlichen Musenstaates scheint demzufolge dringend einer Korrektur zu bedürfen. Und mit dieser Korrektur zeichnet sich im Zusammenhang mit seinem sozialutopischen Spätwerk auch ein viel plastischeres Bild ab von dem, was die geistige Schirmherrschaft des Dichters über der Gründung des neuen Wilhelminischen Reichs tatsächlich bedeutet hat und was sie vor allem in der Kontinuität deutscher Geschichte mit dem darauf folgenden „Dritten Reich“ verbindet.
 
Schiebt man nämlich die Folie der teils fortschrittseuphorischen, teils apokalyptischen Visionen eines raubkriegerischen völkischen Expansionismus, der in „Faust II“ entworfen wird, über den polizeistaatlichen Sozialismus der Wanderjahre, dann erhält man eine Karte, in der sich bei aller Skepsis gegenüber dem aristokratischen Dünkel und den kosmopolitischen Anschauungen ihres Autors die Ideologen des dritten Reichs durchaus zurecht finden konnten. Sie hatten jedenfalls weitaus bessere Gründe, sich auf den politischen Goethe zu beziehen als sie ein Interpret, der vor dem Hintergrund von parlamentarisch-demokratischen Grundwerten heraus argumentiert, je haben wird.

In keinem anderen Sektor seines Werkes werden die untergründigen Adern, die Goethes politische Visionen mit den beiden folgenden Reichsgründungen verbinden, transparenter als im bildnerischen. Am besten lässt sich diese Ausstrahlung anhand seines politisch codierten Zentralmotivs verfolgen, der Festung vor aufglühender Sonne. Es handelte sich dabei um einen damals verbreiteten und geschichtlich weit zurückgreifenden Topos pietistisch-hermetischer Emblematik.69 Der war ihm auch durch seine Verwendung im freimaurerischen Ritus vertraut, wo allerdings eine bedeutsame Umdeutung des religiösen Gehalts stattgefunden hatte: Die Sonne hatte sich dabei nämlich von einem christologischen Symbol in ein Sinnbild für die Hoffnung auf Freiheit und den Aufstieg der Vernunft gewandelt und aus der lutherischen „feste Burg“ als einem Bild für unerschütterliches Gottvertrauen war ein Salomonischer Tempel der Weisheit geworden.

In der Interpretation Goethes findet wiederum eine Verschiebung bzw. Verkehrung des libertinären Gehalts ins Politisch-Reaktionäre statt: Der Salomonische Weisheitstempel wird dabei zu einer militärischen Anlage aufgerüstet, hinter der die Sonne des Absolutismus aufsteigt.

1821, zu einer Zeit, als sich die Hoffnungen auf Restauration längst erfüllt hatten taucht das Motiv erneut bei ihm auf, und zwar mit dem vierten Blatt der radierten Goethe-Mandalas.70 Die Morgenandacht von Verdun hat sich nunmehr in eine Abendstimmung verwandelt. Auf Grund des begleitenden Gedichts lässt sich die Szenerie von Goethes Zeichnung „Geheimster Wohnsitz“, die von dem Künstler Carl von Lieber für die Mappe radiert worden ist, als ein Ort der Schulung ausmachen, an dem die Weltweisen ein Probejahr durchlaufen müssen.71

J.W. v. Goethe, Geheimster Wohnsitz, 1808, lavierte Federzeichnung (Stiftung Weimarer Klassik).

J.W .v. Goethe / Carl v. Lieber, Geheimster Wohnsitz (Blatt IV), in: Karl August Schwerdgeburth (Hg.): Radirte Blätter nach Handzeichnungen von Goethe, Weimar 1821 (MePri).

Die Radiermappe entstand 1821, zeitgleich mit der Schlussredaktion der ersten Fassung der Wanderjahre. Es liegt daher nahe, in der ummauerten Lehrstätte eine Visualisierung der in den „Wanderjahren“ beschriebenen „Pädagogischen Provinz“ auszumachen, dem Ort der Eliteausbildung der geheimen „Turmgesellschaft“, aus der nicht nur Juden, sondern auch Juristen, Branntweinschenken, Lesebibliotheken sowie die darstellenden und freien Künste verbannt sind. Letztere werden durch die so genannten „ strengen Künste“ ersetzt, die handwerklich ausgerichtet einem klaren Regelkanon folgen.

Goethe nannte diese Vorstellung von einem fernen Ort der Eliteausbildung „eine Art von Utopie“. Er bezog sich damit auf die Vision eines republikanisch-parlamentarischen Idealstaates, den Thomas Morus in seiner Dichtung „ Utopia“ entworfen hatte. Über die politische Konstitution der „Wanderjahre“-Utopie lässt sich Goethe allerdings nicht näher aus. Es heißt nur, dass sie von einer „mutigen Obrigkeit“ geleitet wird, von „anerkannten Oberen“, denen man als „Führern“ mit Lobgesängen zu huldigen habe.72 Die Legislative ist dabei ausgeschaltet; stattdessen agiert ein dichtes Polizeinetz, das rund um die Uhr in Tag- und Nachtschichten arbeitet.73

Wie in dem Verdun-Aquarell wird auch in der Radierung „ Der geheimste Wohnsitz“ jede realpolitische Dimension vollständig ausgeblendet zugunsten der Erzeugung einer erhabenen Stimmung in der Tradition der heroischen Landschaftsdarstellung. „ Der Abend war unübertrefflich schön, / Ach, wollte Gott, ein Künstler hätt´s gesehen!“ heißt es in dem begleitenden Gedicht.

Dabei gab es diesen Künstler, der die Vision mit Goethe vor seinem geistigen Auge teilte, allerdings zeitversetzt um ein Säkulum. Es handelt sich um den oberösterreichischen Veduten - und Landschaftsmaler Adolf Hitler, den späteren Führer der nationalsozialistischen Partei Deutschlands. Dessen 1909 entstandenes Aquarell mit dem Titel „Burg Utopia“, das als einzige symbolistische Arbeit in dem ansonsten eher einem topografischen Realismus zuneigenden bildnerischen Werk Hitlers eine Sonderstellung einnimmt74, zeigt ebenfalls eine ins Abendlicht getauchte Festungsanlage, die „auf Felsengrund in hehrer Einsamkeit“ gelegen ist. Hinter deren Mauern darf man, wie in Goethes Utopia, die Aufzucht einer Weltelite vermuten.


Adolf Hitler, Burg Utopia, 1909, Aquarell, 18 x 25 cm (Privatslg.).

Während Goethes Utopia - Darstellung allerdings vor einer idyllischen Landschaftsszenerie umfangen in einer „fernen Bucht“ verortet ist, wird in Hitlers Vision der Aspekt der „ hehren Einsamkeit“ und der Unerreichbarkeit noch verstärkt durch den monumentalisierten Felsgrund sowie die Absenz jeglicher landschaftlicher Anbindung.

Obgleich die Mappe der Goethe-Mandalas eine weite Verbreitung hatte, ist es mehr als unwahrscheinlich, dass Hitlers Aquarell motivisch direkt auf ihr basiert. Es scheint sich bei seiner „Utopia“ vielmehr um eine phantastische Ausgestaltung des identitätsstiftenden Burgenkults der Wilhelminischen Kaiserzeit zu handeln und zwar in der Art des damals äußerst populären Gemäldes „Die Toteninsel“ des von ihm verehrten Arnold Böcklin.

Im Zusammenhang mit der Hitlers Aquarell frappiert allerdings die Karriere, die die reaktionäre Ausdeutung des Festungsemblems in Goethes Werk erfahren hat: von einem antirepublikanischen Bollwerk der Revolutionszeit zu einer elitären polizeistaatlichen Ausbildungsstätte der Restaurationszeit. Und Hitlers Bild weist bereits auf eine nahende Fortsetzung dieser ikonografischen Karriere hin in der Form einer materialen Umsetzung in den Schulungsburgen der SS und den sogenannten „Nationalpolitischen Erziehungsanstalten“ des „Dritten Reichs“.

Konrad Adenauer, der erste Kanzler der westdeutschen Nachkriegsdemokratie, hatte Goethes „Faust“ noch vor Hitlers „Mein Kampf“ an der Spitze eines persönlichen Index demokratiezersetzender Schriften platziert. In dieser rigorosen Einschätzung der Gefährlichkeit des politischen Goethe hätte er dem passionierten Goethe-Gegner Börne die Hand reichen können. Der hatte mit seinem bissigen Verdikt, Goethe sei „ ein Krebsschaden am deutschen Körper“ und der poetische Apologet der „Tyrannei“ gewesen,75 noch zu Lebzeiten des Dichters seiner tiefen Beängstigung über die Folgen von dessen andauernder antidemokratischer Propagandaarbeit für den Fortgang der deutschen Geschichte Luft gemacht.

Zu einer umfassenden Wahrnehmung der gepriesenen Vielgestaltigkeit des Proteus Goethe gehört auch zwingend die Registrierung der realpolitischen Facetten, die sein sprach- und verhaltensprägendes Werk in ein Kontinuum deutscher Geschichte stellen, in dem sich die geringe Distanz zwischen Frauenplan und Buchenwald nicht mehr als rein geografischer Natur erweist.

4) Epilog

„Die Epoche der Goethe-Kritik und der Klassik-Denunziation gehört, so der vielstimmige Konsens heute, endgültig einer Vergangenheit an, an die man sich […] nur noch mit Scham und Abscheu erinnert.“ 76

(Karl Robert Mandelkow 1989)




Anmerkungen:


53 Ludwig Börne.
54 „Wie Goethe die ideale Verkörperung des Volkes der Dichter und Denker, so ist Bismarck die ideale Verkörperung des Volkes der Taten“; Emil Walther in: Von Goethe zu Bismarck, Berlin 1896 (zitiert nach
Karl Robert Mandelkow, Goethe in Deutschland, Bd. 1 , München 1980).

55 Jules Barbey d´Aurevilly: Contre Goethe, Erstveröffentlichung 1873 in der Zeitschrift „Le Constitutionel“ (dt.: Ausgabe: Gegen Goethe, Berlin 2006).

56 „Denn es ist einmal die Bestimmung des Deutschen, sich zum Repräsentanten der sämtlichen Weltbürger zu erheben.“ (Goethe in einem Brief an J.L. Büchler, 1820).

57 Goethes Faust I bildete den ersten Band der deutschen Kriegerbibliothek von 1915.

58 Campagne, a.a.O,. S. 232.

59 „Wenn es wahr ist, dass die Soldaten, die in den Krieg zogen, den Faust im Tornister hatten – die aus dem Krieg zurückkehrten, hatten ihn nicht mehr.“ (Bertolt Brecht in einem Rundfunkgespräch „Über Klassiker“, 1929; (zitiert nach: Karl Robert Mandelkow: Goethe in Deutschland, Bd. 2, München 1989).

60 Titel einer populären nationalsozialistischen Auslegung von Goethes Werk von Kurt Engelbrecht, Leipzig 1933.

61 Karl Robert Mandelkow: Goethe im Urteil seiner Kritiker. Dokumente zur Wirkungsgeschichte Goethes in Deutschland 1773 – 1982, 4 Bände, München 1975-1984.

62 Der Begriff findet im ersten Teil des Faust Verwendung.

63 J.W. v. Goethe: Wilhelm Meisters Wanderjahre, Frankfurt a. M. 1982.

64 Vgl. Exkurs 5: Goethes Verhältnis zum Judentum.

Exkurs 5: Goethes Verhältnis zum Judentum:
Über Goethes Verhältnis zum Judentum gibt es zahlreiche Abhandlungen. Obgleich viele seiner einflussreichsten Verehrer jüdischen Glaubens waren, verhielt er sich, was die entscheidende Frage der Integration und der Gleichstellung betraf, völlig intolerant. Seiner Ansicht nach sollte es Juden nicht erlaubt sein, Bürgerrechte zu erlangen, was durch Napoleons „Code Civil“ in den meisten Regionen des deutschen Bundes durchgesetzt worden war. Auch war er ein entschiedener Gegner des Emanzipationsgesetzes, das seit 1823 jüdisch-christliche Mischehen erlaubte. Börne hat Goethe ob seines antisemitischen Verhaltens angegriffen. Die spirituellen Grundlagen seines elitären Bündeordens „ Turmgesellschaft“ basieren auf einer kryptischen Auslegung christlicher Glaubenssätze: „In diesem Sinne, den man vielleicht pedantisch nennen mag, aber doch als folgerecht anerkennen muß, dulden wir keinen Juden unter uns; denn wie sollten wir ihm den Anteil an der höchsten Kultur vergönnen, deren Ursprung und Herkommen er verleugnet?“ (Wilhelm Meisters Wanderjahre)

65 J.W. v. Goethe: Wilhelm Meisters Wanderjahre, a.a.O., S. 411.

66 Vgl. Wilson: Das Goethe-Tabu, a.a.O., S.8.

67 ebd., S. 57 ff.

68 ebd., S. 61.

69 S. den Abschnitt „Festung“ in in Alexander Roob: Alchemie & Mystik. Das hermetische Museum, Köln 1996, S. 335-355.

70 Karl August Schwerdgeburth (Hg.): Radirte Blätter nach Handzeichnungen von Goethe, a.a.O.

71 Geheimster Wohnsitz: „Wie das erbaut war, wie´s im Frieden lag, / Es kommt vielleicht vom Altertum zu Tag: / Denn vieles wirkte, hielt am sel´gen Fleiß, / Wovon die Welt noch keine Silbe weiß, / Der Tempel steht dem höchsten Sinn geweiht, / Auf Felsengrund in hehrer Einsamkeit, / Daneben wohnt die fromme Pilgerschar, / Sie wechseln, gehend, kommend, Jahr für Jahr. / So ruhig harrt ein wallendes Geschlecht, / Geschützt durch Mauern, mehr durch Licht und Recht, / Und wer sich dort sein Probejahr befand, / Hat in der Welt gar einen eignen Stand; / Wir hofften selbst uns im Asyl zu gründen. / Wer Buchten kennt, Erdzungen wird es finden. / Der Abend war unübertrefflich schön, / Ach, wollte Gott, ein Künstler hätt´s gesehen!“

72 „Bleiben, Gehen, Gehen, Bleiben / Sei fortan dem Tücht´gen gleich. / Wo wir Nützliches betreiben, / Ist der werteste Bereich. / Dir zu folgen, wird ein Leichtes, / Wer gehorchet, der erreicht es, / Zeig´ ein festes Vaterland. / Heil dem Führer! Heil dem Band!“ (Wilhelm Meisters Wanderjahre, Hamburger Ausgabe…, Bd. 8: 10. Neubearbeitete Auflage, a.a.O., S. 413)

73 ebd., S. 405 ff.

74 Das bildnerische Oeuvre Hitlers harrt einer seriösen kunsthistorischen Aufarbeitung. Die einzig existierende Publikation zu dem Thema (Adolf Hitler als Maler und Zeichner. Ein Werkkatalog, hg. 1983 von dem texanischen Kunstsammler und Industriellen Billy F. Price) katalogisiert bekanntlich auch eine Vielzahl von Fälschungen. Anhand der Arbeiten, deren Zuschreibung eindeutig ist (vgl. die von Heinrich Hoffmann 1935 edierten Kriegsaquarelle) lassen sich jedoch stilistische Merkmale ausmachen, die eine relativ eindeutige Zuschreibung des Aquarells „Burg Utopia“ ermöglichen.

75„Wer noch sonst als der einzige deutsche Göthe war je so schamlos, das Knechtische in der Natur des Menschen zu verherrlichen und nackt zu zeigen, was ein edler Mann mit Trauer bedeckt? Tyrannen hat schon mancher Dichter geschmeichelt, der Tyrannei noch keiner.“ (Ludwig Börne: Über Goethes Kommentar zum West-östlichen Divan, 1830).



In den Beständen des MePri



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David Muirhead Bone: The Western Front (10 Hefte), London 1916/17
Daniel Putnam Brinley, Ruines de Guerre, 1919 (Mappe mit 12 lithographierten Zeichnungen).
Monogrammist R.D., Die Kompanie 1/34 in Westflandern, 1914-16 (Serie von 19 Aquarellen).
Gustave Geffroy (Hg.): La Grande Guerre Par Les Artistes, Paris 1914/15.
Lucien Jonas u.a.: La Guerre Documentée 1914-15, Paris 1916.
John Laffin (Hg.): The Western Front Illustrated, 1914-18, London 1992.
Lucien Lantier, Les tranchées, 1915 (Kohlezeichnung).
Ders., Le Fort de Souville, Verdun, 1917 (Aquarell).
M. Liebermann, M. Slevogt, W. Trübner, A. Kampf u.a., in: Kriegszeit. Künstlerflugblätter, Berlin 1914-15.
Hermann Paul, Route de Fort de Vaux, 1916 (Federzeichnung).
Hermann Paul, Paul Iribe u.a.,: Ils n´ont pas eu Verdun, in: La Baionnette, 2.11.1916.
Theodor Rocholl, Im Schützengraben von Neuve-Chapelle, 1915 (Gouache).
T. Rocholl, E. Liebermann, E. Vollbehr u.a.: Kriegsfahrten deutscher Maler – Selbsterlebtes im Weltkrieg 1914-1915, Bielefeld u. Leipzig 1916.
Albert Reich: Verdun. Ein Kriegsskizzenbuch, München 1916.
Ders.: Das Deutsche Alpenkorps im Westen und Rückmarsch in Serbien, München 1918.
Jacques Tardi: C´ était la guerre des tranchées, 1914 – 1918, Paris 1993.

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