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FEATURE
by David Kunzle >> |
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PICTORIAL
SEPTEMBER 10
Daumier and the Franco - Prussian "Dance of Death" Honore Daumier - Henri Meyer - Fortune L. Meaulle - Eugene Damblans - Paul Iribe - Abel Faivr >> |


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W. J. Linton: Poems, Pamphlets, Illustrations, Editorial-Work and Graver-Work. >> |
Tableaux on the Legal Synopses of the Berlin Africa Conference
At the Berlin Africa Conference held in 1884/85, the European powers and the United States gathered to prepare the division of an entire continent in the form of a legal act already termed “international” at the time. Based on two picture series by artist Dierk Schmidt exhibited at Salzburger Kunstverein and documenta 12 in Kassel, this book documents a project underpinned by long-term research, and therefore cannot leave it at a documentary “visualisation.” With a clear sense of urgency, Schmidt raises the question how one can respond to the brutality with which colonial border-drawing was imposed upon then-existing societies. Is there a “pictorial language” able to convey a juridical abstraction of this sort as the historical by-product of Europe’s political and aesthetic modernity?
“The Division of the Earth” is a book arguing on both the pictorial and textual level: in addition to Schmidt’s picture series, its documentation includes a research project complemented by two visits to Namibia and by university seminars, an interdisciplinary conference at the Kunstraum of the Leuphana University of Lüneburg, as well as a collection of sources and further contributions published for the first time here that address aesthetic political, art-historical, and current legal aspects of postcolonial debates from the perspective of possible actions that can be taken today. The potentials of the politics of remembrance, reparation, and correction, which in the postcolonial present raise objections against the continuing effects of historical violence, are here of pivotal importance.
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Tableaux zu rechtlichen Synopsen der Berliner Afrika-Konferenz
Bei der Berliner Afrika-Konferenz von 1884/85 trafen sich die europäischen Mächte und die USA, um in Form eines damals schon „international“ genannten Rechtsakts die Aufteilung eines ganzen Kontinents vorzubereiten. Ausgehend von zwei im Salzburger Kunstverein und bei der documenta 12 in Kassel gezeigten Bilderserien des Künstlers Dierk Schmidt dokumentiert dieser Band ein Projekt, das auf langen Recherchen aufgebaut ist und es gerade nicht bei einer dokumentarischen „Verbildlichung“ bewenden lassen kann. Schmidt stellt die dringliche Frage: Kann man auf die Brutalität, mit der koloniale Grenzziehungen bestehenden Gesellschaften aufgezwungen wurden, mit einer Darstellung reagieren, durch die solche juristische Abstraktion als historisches Produkt der politischen wie auch ästhetischen Moderne in Europa begreifbar wird?
„Die Teilung der Erde“ ist ein ebenso bildlich wie textlich argumentierender Band: Neben Schmidts Bilderserien enthält dessen Dokumentation ein von zwei Namibia-Reisen und Seminaren begleitetes Recherche-Projekt, eine interdisziplinären Tagung an dem Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg sowie eine Quellensammlung und weitere Originalbeiträge, die ästhetisch-politische, kunsthistorische und aktuelle rechtliche Facetten der postkolonialen Diskussion unter dem Gesichtspunkt heutiger Handlungsmöglichkeiten aufgreifen. Zentrale Bedeutung kommt dabei Möglichkeiten von Erinnerungs-, Entschädigungs- und Berichtigungspolitiken zu, die in der postkolonialen Gegenwart Einspruch gegen das Fortwirken historischer Gewalt erheben.
Edited by Lotte Arndt, Clemens Krümmel, Dierk Schmidt, Hemma Schmutz, Diethelm Stoller, Ulf Wuggenig
328 S., englisch/deutsch, Köln 2010
E. Tilly: Le Question du Congo, L´Illustration 13.12.1884 (Excerpt from: The Division of the Earth)

In der Technik des ältesten druckgrafischen Mediums, dem Holzschnitt, führt der amerikanische Künstler Sandow Birk zeitgenössische Kriegsszenen vor Augen. Hintergrund und Anlass für die monumentalen Drucke ist der 2003 begonnene amerikanische Feldzug gegen den Irak. Die monumentale druckgrafische Serie bezieht sich sowhl inhaltlich als auch formal auf den bekannten druckgrafischen Zyklus Les misères de la guerre des barocken Stechers Jaques Callot, der ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist.
Zu „The Depravities of War“ ist ein englischsprachiger Katalog erschienen, dessen Texte aus Anlass der Reutlinger Ausstellung übersetzt und als Broschüre diesem beigefügt werden.
24. Juli bis 3. Oktober 2010
Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen
Spendhausstr. 4
72764 Reutlingen

Jacques Callot.Les Misères de la Guerre. (Detail)
Sandow Birk. The Depravities of War. (Detail)
There is a valubale addition to an entry from May 2009 on a wondrous scrapbook on Wood Engraving: Art or Craft: W.J. Linton vs. William Morris. A posthumous dispute. You now will find an enlarged version with a detailed biographical note on the author of this album William Abercrombie, who was an important art collector and supporter of John Ruskin. This note, written by Jeff Cooper, sheds some new light on Abercrombie´s interest in the conflict between William James Linton and the New School of Xylography.

William Abercrombie
On the eve of Tate Britain's new show about comic art ("Rude Britannia", which runs from June – 5 September 2010 ) Steve Bell sneaks into the gallery vaults to decipher George Cruikshank's Breughelian painting The Worship of Bacchus. "This picture" he states, "still has the power to shock, even after 148 years."

Zu Ausgang des 19. Jhds arbeitete eine Vielzahl der Künstler der Montmartre-Szene in Paris im Bereich der Pressegrafik. "Zu dieser Zeit war der Einfluss der Presse auf die Kunst konkurrenzlos," erinnerte sich Jacques Villon. "Er trug dazu bei, die Befreiung der Malerei aus den Fängen des Akademismus zu beschleunigen."
Es waren vor allem anarchistische Magazine, wie das von dem radikalen Journalisten Zo´d Axa gegründete Magazin La Feuille, das den exekutierten Sprengstoffattentäter Ravachol als „Märtyrer der Tat“ verehrt hat, um die sich die bohemische Künstlerschaft zur Inkubationszeit der Moderne geschart hatte. Künstlerisch herausragend war das 1901 von dem ungarischen Verleger Samuel Schwarz gegründete Grafikmagazin L´ Assiette au Beurre (Der Teller Butter). Die Experimentierfreude und künstlerische Kompromisslosigkeit, mit der viele Zeichner des Magazins „die herrschende Klasse“, die sich gewaltsam in den Besitz der ersten Sahne bzw. in die Butter des Nationaleigentums gebracht hatte, attackierten, sucht in der Geschichte der Illustrationskunst ihres Gleichen. Reproduziert wurden diese Pressegrafiken zumeist im Zinkätzverfahren der Gillotage. Die Ausstellung zeigt u.a. Beispiele von Juan Gris, Felix Vallotton, Jacques Villon, Paul Iribe, Nadar, Theophile Steinlen, Jules Grandjouan, Hermann Vogel, Bernard Naudin, so wie von Pablo Picasso, der in Le Frou - Frou, einem weiteren Magazin von Samuel Schwarz als P. Ruiz signiert hat.
Im Zentrum der Präsentation steht das pressegrafische Werk von Gustav-Henri Jossot und Frantisek Kupka. Gustave-Henri Jossot, der 1925 zum Islam konvertiert ist, zählt zu den radikalsten Künstlern der Zeit, sowohl in künstlerischer als auch in politischer Hinsicht. Er kreuzte den Cloisonismus der Nabis mit dem politischen Cartooning der Zeit und kreierte damit eine Kunst, die den Kubismus auf der Simpsons -Spur überholt hat.
Gustave-Henri Jossot, Assiette au Beurre, 1904 (MePri-Collection)
Von Frantisek Kupka, dem Begründer der ungegenständlichen Malerei, ist neben Beispielen seiner Pressegrafiken aus L´Assiette au Beurre und Cocorico auch eine Tonlithographie, Les Fous, von 1899 zu sehen. Sie nimmt einen zentralen Rang in Kupkas Frühwerk ein und war auf zwei Weltausstellungen zu sehen, 1900 in Paris und 1904 in St. Louis. Auf sehr eindrückliche Weise bringt er darin die explosive Gemengelage der Zeit zum Ausdruck: Kapitalismus, Militarismus, Nationalismus und Hypokrisie. Formal nähert sich Kupka hier einer Auffassung von montierter Wirklichkeit an, wie sie später in den Grafiken von Pop-Artisten wie Robert Rauschenberg zum Ausdruck gekommen ist.
Diese erste Melton Prior - Kabinettausstellung ist in den vier neu installierten Tischvitrinen in den Bibliotheksräumen der Akademie für Bildende Künste in Stuttgart eingerichtet.
Mi. 9.6. – Fr. 9.7.2010
Einweihung der Vitrinen: Mo. 14.6. 2010, 18:00
Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Raum: 203 - 205
Gebäude: A [Altbau]
Mo-Do 9.30 bis 18.30
Fr 9.30 bis 17.00
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Anarchism and Modernism
At the end of the 19th century, a number of artists of the Parisian Montmartre scene worked in the field of press illustrations. “During this time, the influence of the press on art was unrivalled,” Jacques Villon recalled. “It contributed to painting freeing itself from the claws of academism in a faster way.”
It was predominantly anarchist magazines such as La Feuille founded by the radical journalist Zo´d Axa, which had idolized the executed dynamiter Ravachol as a “martyr of action”, around which Bohemian artists had gathered during the ‘incubation’ period of modernism. The illustrated magazine L´ Assiette au Beurre (The Plate of Butter), founded in 1901 by the Hungarian publisher Samuel Schwarz, was artistically outstanding. The eagerness to experiment and the uncompromising artistic stance with which many of the magazine’s draughtsmen attacked “the ruling class”, which had violently taken the cream, or butter, of the nation’s assets, is unchallenged in the history of illustrated art. These press illustrations were mostly reproduced using the zincographic method of Gillotage.
The most interesting illustrators of the time include Gustav-Henri Jossot and Frantisek Kupka. Gustave-Henri Jossot combined the Cloisonism of the Nabis with contemporary cartooning, thus creating an art that passed Cubism on the Simpsons lane. A ceramic lithograph by Frantisek Kupka, Les Fous from 1899, is on view. It took on a central position in Kupka’s early work and was on display at two World’s Fairs, 1900 in Paris and 1904 in St. Louis. In a highly impressive manner, the work expresses the explosive entanglement of militarism, nationalism and hypocrisy. In formal terms, Kupka approaches the idea of an assembled reality, as it was later expressed in the prints of Pop artists such as Robert Rauschenberg.
Frantisek Kupka, Les Fous, 1899 (Detail) (MePri-Collection)
Mi. 9.6. – Fr. 9.7.2010
Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Raum: 203 - 205
Gebäude: A [Altbau]
Mo-Do 9.30 bis 18.30
Fr 9.30 bis 17.00
Theo de Feyter ist Künstler, Nahostspezialist und ausgebildeter Archäologe. In dem Vortrag wird er einige seiner Malereiprojekte vorstellen, in denen er sich mit der Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit auseinandersetzt, einen temporalen Verlauf in Bildern festzuhalten. In der fortlaufenen Bilderserie ‘Mein Ausblick um 17.00 Uhr’ malt er tagein, tagaus, was sich ihm beim Blick aus seinem Atelierfenster bietet. Alle Parameter sind soweit wie möglich festgelegt: Zeitpunkt, räumliche Position, Format und Technik. An Motiven wird registiert, was der Zufall bietet. Wenn man die Bilder in der Reihung zeigt, entweder als Tableaus in der Ausstellung oder als Daumenkino in Buchform, wird Temporalität als jahreszeitliches Phänomen sichtbar.
Auch in den beiden Projekten ‘Luftlinie’ (Düsseldorf 2005) und ‘Hemelsbreed’ (Amsterdam 2009) spielt Chronologie eine zentrale Rolle, und zwar in der Form von Linien, die er in Stadtpläne einzeichnet. Mit ihnen verbindet er historische Stadtkerne mit Neubauvierteln. Malereien entstehen dann an bestimmten aleatorischen Knotenpunkten dieser Linien. Es handelt sich dabei im Grunde um horizonale Zeitschnitte, vergleichbar den sedimentären Grabungen der Archäologie.
De Feyters Bilder sind um topographische Sachlichkeit bemüht. Sie entstehen “vor dem Motiv” und fordern in dieser Entstehungsweise auch immer wieder Kommentare von Passanten und Zuschauern heraus, die dann im Zusammenhang mit den Präsentationen der Bilder als schriftliche Notate erscheinen. Es geht dabei immer wieder um die Frage, was es wert sei, festgehalten zu werden, um das alte Themas des “Pittoresken”, um das Sublime und das Banale in der Malerei; eine Problematik, die von De Feyter in seinem Vortrag neu durchdacht werden wird.
Mo. 19. 04. 2010, 19 Uhr
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart,
Alte Aula (Altbau)

"Hemelsbreed" ist eine kartographische Linie ..

.. die aus einer Reihe von Knotenpunkten besteht ..

.. die auf 55 Malereien verweisen.
The participants and the subjects of this Symposium, which is presented by the The Illustration Program at Parsons The New School for Design are as follows:
Patricia Mainardi: Show and Tell, Popular Prints and Comics The development of comics from serial narration is familiar to us, but the parallel trajectory of comics from popular prints, called Images d'Epinal from the town in Eastern France where they were principally produced, is virtually unknown. By the last decades of the nineteenth century the Image d’Epinal and the comic strip had cross-fertilized and morphed into our modern comics.
Emily Lauer: Signs as Designs: Thackeray’s multivalent Vanity Fair illustrations. William Makepeace Thackeray was an artist as well as an author, and gained his reputation as a satirist through both his written and drawn "sketches" before his first major successful novel, Vanity Fair. This lecture explores the way his illustrations in that novel form part of a hybrid textual experience.
David Kurnick: On 19 c. theater and the illustrated novel. Theatrical Failure and the Novel of Interiority" which is about major novelists with frustrated theatrical careers.
Ben Katchor: on Picture-recitation. Ben Katchor's picture-stories appear in Metropolis magazine. His upcoming collection of weekly strips, The Cardboard Valise, will be published by Pantheon Books.
Jerry Moriarty discusses his latest project: "Whatsa Paintoonist?" Jerry Moriarty´s work has appeared in Raw magazine, Kramers Ergot, Comic Art Magazine and The Best American Comics, 2009.
Saturday, March 27, 2010 from 3 - 8:30pm in Wollman Hall, 5th Floor, 66 West 12th Street, NYC. Free and open to the public

William M.Thackeray: Self Portrait
The Daros Latinamerica Collection holds the world’s largest institutional collection of Luis Camnitzer's work, and it is from that store that this comprehensive exhibition has been assembled.Formally allied with the American Conceptualists of the 1960s and 1970s, over the past 50 years Luis Camnitzer has developed an essentially autonomous œuvre, unmistakably distinguished from that of his colleagues in the US by its acutely observed detail, its acerbic wit, its ludic-lyrical qualities and its ironically metaphorical polyvalence, as well as by its solid socio-political commitment. The exhibition is accompanied by a comprehensive catalogue with contributions by Sabeth Buchmann, Antonio Eligio Fernández, Michael Glasmeier, Maren Welsch and Luis Camnitzer.
March 11 until July 4, 2010, Daros Exhibitions, Limmatstrasse 26, 8005 Zurich
Contemporaneously The Zentralbibliothek Zürich, Zurich’s central library, is presenting a project of Luis Camnitzer: The Last Book, a collection of written and visual testimonies in A4 format. Over 680 artists from more than 50 countries responded thus to the artist’s worldwide call to help create a legacy for posterity.
Zentralbibliothek Zürich, Zähringerplatz 6

The Last Book on youtube
Die Ausstellung Politische Bildergeschichten im Kunstverein Hamburg versammelt zum ersten Mal international politisch motivierte Bildergeschichten von der Erfindung der Buchdruckkunst bis heute. Es werden Beispiele einer demokratischen Bildsprache gezeigt, die allgemeine und offene Angebote darstellen, die sich zu allererst erzählerisch vermitteln. Das der Bildergeschichte eigene demokratische Bildverständnis kondensiert letztlich den Anspruch von Institutionen, in denen es um die Vermittlung von Kunst und die Überbrückung der Kluft zwischen Kunstproduktion und Publikum geht. (Auszug aus der Presseinformation)
Das Melton Prior Institut ist mit einer Reihe von Leihgaben involviert, mit Graphic novels, Bildergeschichten, Katalogen und grafischen Portfolios u.a. von Harold Begbie & F. Carruthers Gould, Steve Bell, Sue Coe, Jules Grandjouan, Paul Hogarth, Laurence Hyde, Henri Gustave Jossot, Frantisek Kupka, Carl Meffert, Otto Nückel, Giacomo Patri, Henry Ritter, Ben Shahn, Manfred Schmid, Adolf Schrödter, William Siegel, Otto Soglow, Théophile-Alexandre Steinlen, Mathilde ter Heijne, Félix Vallotton, Lynd Ward, Adolphe Willette
Kunstverein Hamburg: 19. Dezember 2009 - 14. März 2010
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For the first time, the exhibition Political Comics brings together an international spectrum of politically motivated sequential art from the invention of printing to the present day. Examples are shown of a democratic visual language that present general and open propositions communicated primarily in narrative form. The democratic pictorial understanding innate to the comic, to sequential art, which – despite the name – is not necessarily “comic,” brings to a point the pretensions of institutions concerned withcommunicating art and bridging the gap between art production and the public. (excerpt from the press release)
The Melton Prior Institute is involved with a set of loans: Graphic novels, catalogues and graphic portfolios by Harold Begbie & F. Carruthers Gould, Steve Bell, Sue Coe, Jules Grandjouan, Paul Hogarth, Laurence Hyde, Henri Gustave Jossot, Frantisek Kupka, Carl Meffert, Otto Nückel, Giacomo Patri, Henry Ritter, Ben Shahn, Manfred Schmid, Adolf Schrödter, William Siegel, Otto Soglow, Théophile-Alexandre Steinlen, Mathilde ter Heijne, Félix Vallotton, Lynd Ward, Adolphe Willette
Kunstverein Hamburg: 19 December 2009 – 14 March 2010

Excerpt from: Giacomo Patri. The White Collar. 1940
Wie kein anderer Künstler seiner Zeit war Warhol in vielen entscheidenden Facetten seines Werks den protoavantgardistischen Ausprägungen der Ästhetizistischen Bewegung des 19. Jahrhunderts verpflichtet. Die kommentierte Bildstrecke mit Archivmaterial des MePri parallelisiert Dokumente des Factory-Betriebs mit Zeugnissen der Aktivitäten der frühesten Emanzipationsbewegung nordamerikanischer Kunst und sie zeigt Arbeiten aus Warhols erster Karriere als Illustrationsgrafiker.
Der Vortrag findet statt im Rahmen der Ringvorlesung `Who is that pale man?' – zu Wirkung und Relevanz des Werks von Andy Warhol, die die Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart in Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart veranstaltet. Am gleichen Abend referiert Barbara Straumann (Universität Zürich) über "Diva Warhol - mediale Performance, Gender und Versteckspiel"
Di. 15.12, 19 Uhr
Staatsgalerie Stuttgart, Vortragssaal im Stirling-Bau, Konrad-Adenauer Str. 30-32, 70173 Stuttgart

Tiler Andy "Drella" Warhol

Tiler Napoleon "The Hawk" Sarony
Tiler William M. "Polyphem" Laffan, 1879
Über Franz Erhard Walthers Projekt einer gezeichneten Autobiographie hatten wir bereits anlässlich seiner Ausstellung in der Pariser Galerie Jocelyn Wolff im Frühjahr 2008 berichtet. Mittlerweile ist "Sternenstaub", so der Titel der aus 524 gezeichneten und handbeschriebenen Blättern bestehenden Autobiografie in einer Faksimileedition im verdienstvollen Ritterverlag in Klagenfurt erschienen. Walther lässt hier seine Sicht auf die Geschichte der westdeutschen Nachkriegskunst mit all ihren Grabenkriegen und Revierkämpfen in der Art eines Bilderbogens Revue passieren. Flankiert wird die Herausgabe des voluminösen Bandes von einer Ausstellung des "gezeichneten Romans" im Heimatmuseum seines Geburtsorts Fulda. Diese Ausstellung ist noch bis zum 31.1.2010 zu sehen.
Über die Website der Rittergallery Klagenfurt können Vorzugsausgaben mit je einer signierten Originalzeichnung erworben werden.



1) Bestaunen einer Coca Cola-Reklame im "Fuldaer Hof" in Maberzell, 1946
2) Zeichnen im eigenen kleinen Atelier an der Werkkunstschule Offenbach, 1958
3) Galerist Alfred Schmela im Arbeitsraum, Düsseldorf, Talstraße 69, 1964
Steve Bell´s Guardian comment cartoon on the following news: Ministers turn up the heat on City over bonuses amid calls for tax on banks (4 Dec 2009)

It only takes one second to follow the way in which cartoonist Emmanuel Guibert managed to visualize the vaporous nature of memory in his graphic documentary on the reminiscences of former GI Alan Cope, who served in Europe during World War II.


Paul Sandby (1731–1809), a contemporary of the "picturesque" William Gilpin and the "antiseptic" Daniel Chodowiecki, is considered the father of a tradition of British topographical realism that was to culminate in the works of artists such as John Thomas Smith, Thomas Girtin, and John Constable. In the aftermath of the Jacobite uprising of 1745, Sandby was tasked as chief draughtsman with mapping the Scottish Highlands, a commission which also included preparing designs for new bridges and fortifications. These sketches were the basis of his series of watercolour landscapes, which helped to develop a new touristic image of "North Britain" and Wales. Beside his prolific and pioneering topographic practice, Sandby was also a very biting caricaturist and social commentator. His animadversion against the art and theory of his rival, the late William Hogarth, was a substantial one.
The exhibition Paul Sandby: Picturing Britain at the National Gallery of Scotland, Edinburgh features over one hundred loans, including oil paintings, watercolours, gouaches, prints and sketchbooks and is accompanied by an excellent catalogue, which also explores his role as a teacher and his innovations in printmaking.
7th November 2009 - 7th February 2010

Paul Sandby: View of the Ascent to the Round Tower, Windsor Castle. c. 1770 (Royal Collection)
Der dritte Band von Martin Schmidls fortlaufender "Lectures"-Zeichnungsserie ist wie die beiden Vorgängerbände im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, erschienen. In den Zeichnungen von "Common Design – Lectures / uni-ball eye mitsubishi 3" vermischt Schmidl Porträtstudien der Vortragenden mit schriftlichen Notaten und Diagrammen zu Vorträgen aus den Bereichen Kunst sowie Design- und NS-Geschichte und entwickelt so eine ganze Reihe außergewöhnlicher Bildtexturen. Alle 180 Zeichnungen des Buches sind im Originalformat 210 x 297 mm abgebildet.
In der Ausstellung „Periodic table“, die von Katalin Timár in der Münchner Galerie Traversée kuratiert wurde, sind noch bis zum 16. Januar 2010 Beispiele von Schmidls "Lecture"-Zeichnungen zu sehen.

aus Martin Schmidl: Common Design – Lectures / uni-ball eye mitsubishi 3
The projected monumental five-volume set (four of them are available now) by Erik Fischer is the first extensive monographic treatment of one of the most interesting artists of the 16th Century. Melchior Lorck, or Lorch, originally Loris, born in 1526/27 in the former Danish Flensburg, was a contemporary of Pieter Breugel the Elder and a friend of cartographer Abraham Ortelius. He worked in locations as diverse as Constantinople and Antwerp, Hamburg and Vienna, and Rome and Copenhagen. Though still known only to a small circle of scholars, Lorck can be called a godfather of the "specials", - of those artists, who´s business was to lead an initerant life by making graphic reports on spot in different regions of the world. With his astonishing concentration on the temporary aspects of life he was a precursor of the Baudelairian "modern" artist, a forerunner of travelling draughtsmen of the 17th century like Wenzel Hollar and Cornelis de Bruijn and of subsequent visual reporters like Constantin Guys, William Simpson and Melton Prior.

A Tartar carriage (woodcut)
"During the years 1555-1559, Melchior Lorck served as a member of the Imperial embassy representing the interests of The Holy Roman Empire at the court of Sultan Suleiman the Magnificent. This was the very embassy that – under the leadership of Ogier Ghiselin de Busbecq, who was widely renowned for the letters he dispatched from Turkey – enriched life in Europe with plants like horse chestnuts, tulips and lilacs and with manuscripts like the famous Vienna Dioscurides. From Turkey, Lorck brought back to Western Europe a large collection of studies of Turkish, Byzantine and Roman buildings and monuments and, equally amazing, studies of the Turkish people themselves.
Taking his point of departure in the studies he had made on the spot, Lorck brought forth – over the course of the ensuing twenty years – an enormous body of work consisting of drawings and graphic prints that were intended for publication. The works that are most widely known are the 12-meter long Prospect of Constantinople and the set of woodcuts known collectively as The Turkish Publication, which did not actually appear in print until 1626 when it was published under the title `Wolgerissene vnd geschnittene Figuren…` – more than 40 years after what we presume to be the artist’s death. Here, for the very first time, The Turkish Publication is examined in relation to the fragments of a manuscript that Melchior Lorck penned specifically for the publication, although The Turkish Publication never saw the light of day during the artist’s lifetime as things came to pass. Both of these main works – The Constantinople Prospect and The Turkish Publication – are now being printed in their originally envisaged dimensions, in a high-quality rendition and replete with exhaustive descriptions."
(Excerpt from the publisher´s announcement)
Erik Fischer (with Ernst Jonas Bencard, Mikael Bøgh Rasmussen and Marco Iuliano): Melchior Lorck. Copenhagen 2009

The tent of a Turkish King. (woodcut)

View of the Roofs of Constantinople, ca. 1559. Pen drawing (Statens Museum for Kunst, Copenhagen)
"I've been enjoying the children's drawings from the Spanish Civil War. Saul Steinberg must have seen these drawings, complete with official rubber stamps." Ben Katchor
The website "They still draw pictures" shows over 600 drawings made by Spanish school children during the Spanish Civil War. It is provided by the Mandeville Special Collections Library / University of California, San Diego and includes a digital reproduction of the book with the same title, together with images of all of the children's drawings held in the Southworth Spanish Civil War Collection.
Another part of this drawing collection is kept in the Avery Architectural and Fine Arts Library. 153 images can be browsed on their website.

Recto: [For the defense of the National Artistic Treasures].
Recto: [Scenes before the war]. Verso: Miguel Ibañez 11 años , Colonia Familiar Puebla Larga (Valencia) [Miguel Ibañez age 11, Family Camp Puebla Larga (Valencia)].
Recto: [The crimes of the airforce. Camp School Villa Amparo, Cuart de Poblet, Pilar Martinez, age 14].
Recto: [Francisco Molinuevo, age 14].
Recto: (Stamp) Comunidades Familiares de Educación, El Perelló (Valencia). [A scene from "Altar-piece of Wonders" presented in the Educational Family Communities of El Perelló. F. Ravelta age 13].
The website of The Guardian presents a nice little clip where you can trace the development of a Steve Bell-Cartoon. You can watch him sketching on the annual conference of the Tories in Manchester and follow him while trying to find a penetrative solution for the translation of the physical appearance of David Cameron, the leader of conservative party, into a printable cartoon character.

Die hohe Kunst der Reproduktionsgrafik ist viel zu lange ein Stiefkind der kunsthistorischen Forschung gewesen. Trotz der Allgegenwart von Pop, trotz der bereits Äonen alten medienreflexiven künstlerischen Fragestellungen von Noveau Realism und trotz der postmodernen Demontage des Paradigmas von der Allgewalt der Autorenschaft.
Mit den fortschreitenden Verbesserungen im Bereich der fotomechanischen Wiedergabe war zu Ende des 19. Jahrhunderts der langen Entwicklungsgeschichte der interpretativen Kunst ein jähes und unrühmlichen Ende beschieden. Seit einigen Jahren ist nun erfreulicher Weise ein verstärktes Interesse an diesem hoch interessanten Genre zu konstatieren. 2001 hatte Corinna Höper, die Kustodin der Graphischen Sammlung Stuttgart mit einer Ausstellung über Raffael und die Anfänge der professionellen Reproduktionsstecherei das Eis gebrochen. Dass die manuelle Reproduktionsgrafik mittlerweile wieder im Rampenlicht steht, ist nicht zuletzt den Plädoyers von Werner Busch zu verdanken, der in seinen Aufsätze und Vorträgen unermüdlich auf die Relevanz von subtilen Techniken grafischer Übertragung hingewiesen hat. 2003 brachten Norberto Gramaccini und Hans Jakob Meier im Deutschen Kunstverlag unter dem Titel "Die Kunst der Interpretation" einen ersten Band zur Geschichte der Reproduktionsgrafik heraus, der sich mit der Phase ihrer höchsten Blüte im Frankreich der Barocke und des Rokkoko befasst. Die Abbildungsqualität dieser Publikation konnte auch den strengen Ansprüchen an die Leistungen der maschinellen Rastergrafik, die mit einem solchen Thema selbstverständlicher Weise zu verbinden sind, tatsächlich genügen. Ein Nachfolgeband über die Geschichte des italienischen Nachstichs soll in Kürze erscheinen.
Das Gutenberg-Museum in Mainz widmet nun der druckgrafischen Reproduktionstechnik des Mezzotinto eine Ausstellung. Sie spürt den Wurzeln dieser ganz ungewöhnlichen Art des Tiefdrucks nach, der des gelungen war, die weichen tonalen Verläufe der Ölmalerei kongenial in das binäre System von Schwarz und Weiß zu übersetzen. Im 18. Jahrhundert war sie als "englische Manier" bekannt. Im Gegensatz zum Holzstich, der in seiner Spätphase die tonalen Effekte des Mezzotintos imitierte, war die so genannte Schabekunst, wie der Pressetext des Museums verlauten lässt, allerdings kein originär britisches Produkt: "Dass die Ausstellung in Mainz konzipiert und gezeigt wird, ist äußerst sinnvoll, denn die Verbreitung der Technik erfolgte von hier aus. Seit Januar 1654 hielt sich ihr Erfinder, Ludwig von Siegen, ein Soldat und kein Künstler, im Dienst des Kurfürsten in Mainz auf. Obwohl Ludwig von Siegen offensichtlich bemüht war, das Geheimnis seiner Erfindung für sich zu behalten, verbreitete sich die Kenntnis davon doch recht bald, und zwar interessanter Weise zunächst nicht unter Künstlern, sondern Dilettanten. Durch Ruprecht von der Pfalz gelangte das Mezzotinto nach England, wo es im 18. Jahrhundert die dominierende Technik der Gemäldereproduktion war."
Eva-Maria Hanebutt-Benz, die neben Isabella Fehle, der kooperierenden Direktorin des Landesmuseum Mainz für die Ausstellung und das Katalogbuch verantwortlich zeichnet, zählt seit geraumer Zeit zu den Koryphäen auf dem Gebiet der Erforschung der Geschichte der Reproduktionsgrafik.
A.R.
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Eine Auswahl deutschsprachiger Publikationen zum Thema:
Caecilie Weissert: Reproduktionsstichwerke. Vermittlung alter und neuer Kunst im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Berlin. 1999
Corinna Höper ed.: Raffael und die Folgen. Das Kunstwerk in Zeitaltern seiner graphischen Reproduzierbarkeit. Ostfildern. 2001
Norberto Gramaccini, Hans Jakob Meier: Die Kunst der Interpretation: Französische Reproduktionsgraphik 1648-1792. München und Berlin. 2003.
Katharina Krause, Klaus Niehr, Eva-Maria Hanebutt-Benz: Bilderlust und Lesefrüchte. Das illustrierte Kunstbuch von 1750 bis 1920. Leipzig. 2005
Dirk Blübaum, Stephan Brakensiek: Gestochen scharf! - die Kunst zu reproduzieren. Heidelberg. 2007
Werner Busch: Das unklassische Bild. Von Tizian bis Constable und Turner. Berlin 2009
Isabella Fehle, Eva-Maria Hanebutt-Benz ed.: Die also genannte Schwarze Kunst in Kupfer zu arbeiten - Technik und Entwicklung des Mezzotintos. Mainz 2009.
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Die Ausstellung "Die also genannte Schwarze Kunst in Kupfer zu arbeiten. Technik und Entwicklung des Mezzotintos" ist im Gutenberg-Museum und im Landesmuseum Mainz vom 4.10 bis 29.11. 2009 zu sehen.
Informationen zu Veranstaltungshinweisen finden sich auf der Website des Gutenberg-Museums.

Prinz Ruprecht von der Pfalz: Der große Henker. nach Ribera. Mezzotinto, 1658 (Ausschnitt)
Eigentlich wäre es zu erwarten gewesen, dass die deutschen Feuilleton-Redaktionen eine Publikation, die den Geheimrat Wolfgang von Goethe als Brandstifter bringt, als einen Wegbereiter des deutschen Faschismus, einfach links liegen lassen würden, zumal diese von einem Außenseiter, einem Künstler verfasst wurde, der sich in den Augen von Historikern und Germanisten wohl kaum als satisfaktionsfähig erweisen würde. Umso mehr hat es überrascht, dass die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 11.9.2009 dem Buch von Alexander Roob "Auch ich in Verdun. Zu den Zeichnungen und Ansichten des Kriegsreisenden Goethe", das 2006 in einer Zusammenarbeit des Melton Prior Institut mit dem Salon Verlag Köln herausgebracht wurde, gleich eine fast ganzseitige Besprechung mit Abbildung gewidmet hat. Ob es allerdings so glücklich war, diesen Rezensionsauftrag in die Hände eines strammen Goetheaners wie Gustav Seibt zu geben, erscheint fraglich. Er referiert den historischen Kontext von Roobs Buch, ohne dabei allerdings auf den brisanten Kern zu kommen. In den Schilderungen der Ereignisse des Frankreichfeldzugs, den Goethe begleitet hat, beschränkt er sich fast ausschließlich auf dessen eigene Darstellung, von der bekannt ist, dass sie "frisiert" war, die ihm aber anscheinend als sakrosankt erscheint. Entscheidende Passagen in Roobs Buch, wie Goethes Treff mit Georg Forster beispielweise, die einen Aufschluss über Goethes tatsächliche Rolle als Kriegsberichterstatter geben können, lässt er einfach außen vor und muss insofern auch eine schlüssige Analyse von Goethes Verdun-Zeichnung schuldig bleiben. Seibt bezieht sich zwar in Inhalt und Überschrift direkt auf Roobs Buch, vergisst aber im Verlauf seiner Schreibe dann völlig, das Objekt seiner Rezension überhaupt auszuweisen. Hier hätte die Redaktion der SZ zur Wahrung ihrer Seriösität ihrem Autor besser auf die Finger schauen müssen.
Hans Lukas Lang
Alexander Roob: Goethe als Feldzugsbegleiter (Salon Verlag, 2006)
Gustav Seibt: Goethe als Landschaftszeichner (SZ,11.9.2009)
In her allegorical drawings, Alice Leora Briggs reflects her experiences with the escalating violence along the Mexican borders. "My current focus is Ciudad Juárez. In this city one sees fiction in action, even an hour is time enough to blend truth with myth. I have traveled to sites of recent executions, photo-documented known death houses where members of the Juárez cartel have tortured, murdered and buried fellow citizens. (...) I have been to the Juárez morgue, witnessed the autopsy of a young man fresh from his execution, wandered among the unidentified corpses in the freezers, seen the guns and bullets and maggots and broken instruments of torture pulled from shallow graves."
The drawings consist of a similar blend of reality and catholic myth, which she finds in the sites of the border town and also the technique she uses bears suggestions of violence. Briggs mainly works with an X-acto knife, incising a surface of India ink over kaolin clay, a kind of modified version of Sgraffito.
B.P.

Alice Leora Briggs: Exempla Suburbia, 2009

Alice Leora Briggs: Trephining, 2009
Josh Neufeld is known as a long-time contributor to Harvey Pekar's autobiographical "real life" series American Splendor. In his graphic novel A.D.: New Orleans After the Deluge he tells the story of hurricane Katrina and its aftermath „from the perspective of real people still dealing with the storm each and every day."
Neufeld further describes his work: "A two-part prologue sets the scene and shows the storm. In chapter one, I introduce A.D.’s characters, who include a sixth-generation New Orleanian with a Master’s Degree in counseling; a medical man-about-town based in the French Quarter; an Iranian-born owner of a family-run supermarket; the teenage son of a pastor from New Orleans East; and a twenty-something music ‘zine publisher and his girlfriend. The complete A.D. webcomic — the 2-part prologue, 13 chapters, and an epilogue — is hosted on the SMITH Magazine website, which also features audio & video interviews with the real subjects, a Hurricane Katrina resource list, and an active blog. We also do something pretty unique in the webcomic, which is provide links throughout the comic to podcasts, YouTube videos, archived hurricane tracking reports, and even personal details like The Doctor’s favorite mixed drink recipes. So as you’re paging through the story and you see a link, you can follow it to find out more about the character or event I’m portraying. It’s like 'American Splendor 2.0'!Before Katrina, I had very little personal connection to New Orleans, other than the fact that my wife and I had visited the city for about a week in 2003. Then, when the hurricane hit, I was so affected by the tragedy that I volunteered with the Red Cross." (Josh Neufeld, 29-1-09)
Besides his own experiences as a Red Cross volunteer, Neufeld draws upon interviews with the actual people represented in the story as well as upon newspaper and blog accounts of the events.
An extended hardcover version of his Katrina Report is published by Pantheon Graphic Novels.

Josh Neufeld: A.D.: New Orleans After the Deluge
Electrocomics, der Verlag für Bildschirmcomics bietet in seinem Archiv mittlerweile eine erstaunliche Vielzahl von grafischen Erzählungen internationaler Comic - Künstler zum Downloaden an, darunter Peter Blegvad, Oliver Grajewski und Uli Lust.
Radioaktiv forever, die grafische Recherche von Kai Pfeiffer, die Electrocomics vertreibt, ist, so die hauseigene Mitteilung „ ein Sachcomic“, der „ganz ohne des Autors gewohnte sprachliche Extravaganzen“ auskommt. Will heissen: Eher Brecht als Sterne bzw. Töpffer. Es gibt eine Botschaft, und die ist ebenso einfach wie wirkungsvoll in Bild und Ton gesetzt. Dabei gehen Lichter auf. Und es zeigt sich: die Illumination des Bildschirms eignet sich für die Visualisierung von luziden Strahlungseinheiten ganz besonders.
Hier der Link, --- und: vorm Konsumieren bitte den Obolus nicht vergessen.
Electrocomics also provides an English version
A.R.


Kai Pfeiffer: Radioaktiv forever - ein comic essay
Im April diesen Jahres ist im Berliner Avant-Verlag Ben Katchors The Jew of New York auf deutsch erschienen. Die Übersetzung und das kongeniale Lettering hat der Berliner Comic-Künstler Kai Pfeiffer besorgt, der zusammen mit Katchor Teilnehmer der Tauchfahrten-Ausstellung gewesen ist. Ben Katchor ist außerdem mit einer druckgrafischen Arbeit in der Bremerhaven-New York-Edition des MePri vertreten, die Ende letzten Jahres erschienen und über diese Website erhältlich ist.
Es hat eine Zeit gedauert, bis die Rezensenten der diversen Feuilleton-Redaktionen Katchors komplexen grafischen Historienroman über Mordecai Noah,den Propagandisten eines jüdischen Staats auf amerikanischem Boden, durchgearbeitet und im Sommerloch platziert haben. So lässt sich mittlerweile zu diesem digressiven Epos eine veritable Presseschau zusammenstellen, das, so der Grundtenor, zu den Grosstaten der Comicgeschichte gezählt werden kann:
Jens Meinrenken im Berliner Tagesspiegel vom 23.4.2009
(dort auch ein Interview mit Ben Katchor von Lars von Törne vom 25.4.2009)
Christian Gasser in der Neuen Zürcher Zeitung vom 24.7.2009
Ole Frahm in der Frankfurter Rundschau vom 11.8.2009
Thomas von Steinaecker in der Süddeutschen Zeitung vom 26.8.2008

Not many monthly comic books come with a glossary, but not many comics are like Unknown Soldier. The series, written by Joshua Dysart and illustrated by Alberto Ponticelli, is set in Uganda and includes a reference guide with more than 20 entries, including background on the brutal rebel group the Lord’s Resistance Army; the peace activist Abdulkadir Yahya Ali, who was killed; and the Acholi, an ethnic group from the northern part of the country.
Unknown Soldier, published by Vertigo, an imprint of DC Comics, is about Dr. Lwanga Moses, a Ugandan whose family fled the country for the United States when he was 7. He returns as an adult in 2002 with his wife, Sera, also a physician, hoping to put their medical skills to use in a part of the country that has experienced civil war for 15 years. He finds a world filled with violence, boys used as soldiers and girls punished for innocent acts like riding bicycles.
This hardly seems like the stuff of traditional comic books, but Unknown Soldier is a regular series; a collected edition, which reprints the first six issues, will be in bookstores beginning on Aug. 26. Dr. Moses, the title character, whose face is wrapped in bandages, is actually a reimagining of a DC protagonist from 1966 who was disfigured during World War II, wrapped in heavy bandages and sent on espionage missions.
Read the full article by George Gene Gustines in the New York Times
Dr. Lwanga Moses as a DC - Superheroe (Vertigo / DC)
Die von Michael Glasmeier und Wolfgang Till kuratierte Ausstellung geht den Einflüssen Valentins in der zeitgenössischen Kunst nach. Sie versteht sich allerdings weniger als eine Hommage, sondern eher als ein Versuch, sich gerade in den Experimenten zeitgenössischer Künstler der präzisen und anarchistischen Möglichkeiten des Komischen zu vergewissern. Sie feiert den methodischen Wahnsinn der künstlerischen Komik in seinen wesentlichen Formungen und damit gleichzeitig jene geniale Ökonomie Karl Valentins, die sich in allen Exponaten mehr oder weniger ausdrücklich aufspüren lässt.
Das Melton Prior Institut präsentiert im Rahmen dieser Ausstellung Sammlungsbestände zur Entwicklung der Salon- bzw. Kunstkarikatur, ein Genre, das Karl Valentin zur Gründung seines berühmten Panoptikums inspiriert hatte.
Gezeigt werden u.a. Werke folgender Künstler: John Baldessari, Samuel Beckett, Joseph Beuys, Claus Böhmler, Christian Boltanski, George Brecht, Marcel Broodthaers, Peter Fischli und David Weiss, Terry Fox, Gilbert & George, Rodney Graham, Richard Hamilton, Mauricio Kagel, Arthur Köpcke, Jonathan Monk, Johannes Muggenthaler, Dan Perjovschi, Dieter Roth, Reiner Ruthenbeck, Tomas Schmit, Roman Signer, Andreas Slominski, Timm Ulrichs, Ben Vautier...
Muenchner Stadtmuseum, Muenchen. 24. Juli bis 15. November 2009
Ein Katalog erscheint im Verlag Silke Schreiber, München

Wilhelm Scholz: Die Berliner Kunstausstellung im Jahre 1846
Anlässlich seines 50sten Todestags zeigt die Stadt Besigheim eine Retrospektive des Malers Richard Duschek. Duschek zählte in den 1920er und 30er Jahren zu den vielbeschäftigten Illustratoren und Pressezeichnern. Er illustrierte u.a. Romane und Erzählungen von Charles Dickens, Wilhelm Hauff und Fjodor Dostojewskij.
Als Pressezeichner arbeitete für einige der meist verbreiteten Zeitschriften der Zeit, u.a. die Leipziger Illustrirte Zeitung, Die Gartenlaube und Die Woche. Eines der bevorzugten Themen seiner Bildreporten waren touristische Aktivitäten. Er begleitete häufig Gruppenreisende oder Leserreisen und zeichnete Szenen auf dem Kreuzfahrtschiff, Wandern in den Alpen, Sightseeing in den europäischen Metropolen, Strandurlaub in bekannten Seebädern etc. Wie ein Flaneur durchstreifte er die Metropolen Berlin und Paris und suchte seine Motive in Bars und Cafés, in Mussen und in Kinos.
Richard Duschek wurde am 29. Mai 1884 in Neugarten (Nordböhmen) geboren, lebte und arbeitete von 1900 bis 1943 in Berlin und zog 1943 nach Besigheim, der Heimatstadt seiner zweiten Ehefrau.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Günther Bentele, Ulrike Maushake, Brigitte Popper, Cynthia Thumm und Uwe Jens Wandel.
Ausstellung im Steinhaus Besigheim vom 11. Juli bis 23. August
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa 14-18 Uhr; Do 14-21 Uhr; So 11-18 Uhr; Mo geschlossen. Eintritt frei.

Pergamonaltar, Berlin um 1930

Schifffahrt auf der Monte Pascoal, Leith – Hamburg, 17. Juni 1934

Dreharbeiten zu Werft zum grauen Hecht, Bootswerft, Pichelsdorf, um 1935
George Maciunas' Oeuvre von rund drei Dutzend Geschichtsdiagrammen entstand zwischen 1953 und 1973. Zunächst als vielseitig interessierter Student, dann kurzzeitig als Architekt, längerfristig als Fluxus-Initiator und schließlich als New Yorker Stadtentwickler von Fluxhousing Cooperatives hat sich Maciunas über einen Zeitraum von zwanzig Jahren mit der diagrammatischen Veranschaulichung von historisch-politischen, kulturgeschichtlichen, ökonomischen, und künstlerischen Kausalitäten auseinandergesetzt. Die große Bandbreite dieser Arbeiten reicht vom spärlichen Informationsgerüst bis zum dichten Datenteppich. Auf vielfältige Weise wurden Fragen der Geschichtsschreibung und der Bildpolitik immer wieder neu gestellt. Das ist bekannt. Weitgehend unbekannt blieb dagegen die Tatsache, dass sich Maciunas auch als "Map Artist" hervorgetan hat. Das diagrammatische Schaffen von Maciunas begann nämlich mit einem bemerkenswerten Kartenwerk. Dieses Atlas-Projekt steht zugleich am Anfang der kartographischen Aufklärungsarbeit, die zahlreiche Künstler in den 1960er und 70er Jahren mit ihren kritischen Entwürfen von Landkarten betrieben haben.
Die Bildhistorikerin Astrit-Schmidt- Burckhardt forscht zur genealogischen Diagrammatik der Avantgarden.
Di. 30.6., 19 Uhr
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart,
Mehrzwecksaal (Neubau)

aus: George Maciunas´ Atlas-Projekt
Dutch courtroom artist Aloys Oosterwijk prefers a very caricature like mode of reporting. He is also specialized in drawings of reconstruction. The third station of his Rechtbankprenten Roadshow is the Cafe Kamerz in Amsterdam (June / July). In November and December his drawings will be shown in the Palace of Justice in Breda.
Cafe Kamerz, Van der Hoopstraat 29 W, 1051 VB Amsterdam.
The series of exhibition is accompanied by a publication: Aloys Oosterwijk, Op de Huid. 2008


Nachrichten aus dem Krieg gibt es seit über 2000 Jahren. In der Antike wurden sie mit reitenden Boten oder weithin sichtbaren Leuchtzeichen verbreitet. Durch technische Erfindungen wie dem Buchdruck im Mittelalter war es möglich, die Nachrichten schriftlich zu verbreiten. Im 19. Jahrhundert wurden der Telegraf und die Fotografie erfunden und auch im Krieg eingesetzt. Die Ausstellung zeigt den Zusammenhang zwischen technologischer Entwicklung und der Veränderung des Bildes vom Krieg. Seit dem Ersten Weltkrieg kamen Flugzeuge mit Kameras zum Einsatz. Im Zweiten Weltkrieg haben Radio und Film, seit den 1960er Jahren das Fernsehen die Berichterstattung über Kriege bestimmt. Im 21. Jahrhundert kommen Handys und Internet verstärkt dazu. Kriegsbilder sind nun nahezu jederzeit und an jedem Ort verfügbar. Diese Entwicklung zeigt die Ausstellung. Sie zeigt auch, wie sich die Strukturen und Inhalte der Kriegsberichterstattung durch die technischen Innovationen verändert haben.
Im Rahmen der Ausstellung wird vom 3. bis 6. September die internationale wissenschaftliche Tagung „Wahrheitsmaschinen“ stattfinden. Der Einfluss technischer Innovationen auf die Darstellung und das Bild des Krieges in den Medien und Künsten steht dabei im Mittelpunkt. Wie sind Strukturen und Inhalte der Kriegsberichterstattung durch technische Innovationen von der Antike bis zur Gegenwart des
21. Jahrhunderts verändert worden? Wie haben die Künste auf diese Veränderungen reagiert? Diesen und weiteren Themen wird sich die Tagung widmen, die für eine breite Öffentlichkeit zugänglich ist.
Ausstellung in Osnabrück vom 22. April bis zum 4. Oktober 2009 - Kooperation zwischen Museum Industriekultur, Kunsthalle Dominikanerkirche, Erich Maria Remarque-Friedenszentrum und European Media Art Festival
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreiches Katalogbuch

Afghanischer Kriegsteppich (Slg. Mohm)
Der im amerikanischen Exil lebende uruguayische Bildhauer und Grafiker Luis Camnitzer, geb. 1937 in Lübeck, ist in den frühen sechziger Jahren als Pionier einer politisch engagierten Form von Konzeptkunst hervorgetreten. In Deutschland war sein Werk erstmalig 2003 in einer umfassenden Retrospektive zu sehen, zudem war er 2002 Teilnehmer der Documenta 11. Er ist aber auch ein in zahlreichen internationalen Zeitschriften aktiver Autor und Kritiker und hat darüber hinaus etliche Ausstellungen kuratiert.
In seinem Vortrag wird Camnitzer einen Überblick über die Entwicklung seines vielgestaltigen Werks geben, in dem auch die Druckgrafik eine grosse Rolle spielt.
Donnerstag, 28. Mai 2009 um 19 Uhr
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart,
Alte Aula (Altbau)
Der Leipziger Grafiker Max Lingner, der nach dem 1. Weltkrieg auf Anraten von Käthe Kollwitz nach Paris übergesiedelt war, machte sich in den 1930er Jahren dort als Pressezeichner und Plakatgestalter einen Namen. Seit 1934 Mitglied der Französischen Kommunistischen Partei, gestaltete er die politische Ästhetik der Volksfront in Frankreich mit. Im Zweiten Weltkrieg war Lingner in französischen Lagern interniert und arbeitete für die Resistance. Seine Zeichnungsserien, die 1941 in dem Lager Gurs entstanden sind, bilden das Kernstück der Ausstellung.
Nach dem Krieg wurde Lingner in Ost-Berlin Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste und Professor für «Malerei des Zeitgeschehens» an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.
Museum im Kleihues-Bau, Kornwestheim


Despite Eisenstein's enormous influence on 20th century culture his extensive oeuvre of drawings has only been presented on rare occasions.
The exhibition in Extra City brings together an extensive selection of drawings of the Russian State Archives of Literature and Art in Moscow (RGALI) made by Eisenstein during his visit to Mexico in 1931/32, including works never before presented in public. In Mexico, Eisenstein developed his drawings in a parallel manner to the Surrealists' Ecriture Automatique, producing a large number of variations on recurring motifs, merging archaic and modern myths, exploring obscenity, violence, and forms of ecstasy through a single, amorphous line.
The exhibition will further include short excerpts from the unfinished 'Que viva México!', the film Eisenstein came to shoot in Mexico, and which he would tragically be excluded from editing. The film's hybrid images depict Mexican life as a simultaneity of past and present. Reminiscent of, and yet surpassing the modern 'primitivist' fascination with the 'archaic', Mexico presented for Eisenstein a tableau of dialectic imagery that allowed him to re-conceptualize the role of modern art and revolutionary cinema in traversing the modern dichotomies of subject and object, rational and irrational, inside and outside, individual and collective, and even death and life.
Further to this we will be presenting the recent publication of Eisenstein's monumental, uncompleted book: 'Method'. Eisenstein conceived this work as being three-dimensional, which he imagined taking a spherical rather than a linear form. The 1.700 pages of text, drawings and notes, oscillating between Russian, English, French, German and Spanish, are being published in a four-volume edition edited by Oksana Bulgakowa for Potemkin Press (Berlin/San Francisco, 2009).
Curated by Oksana Bulgakowa and Anselm Franke.
| 03.04.09 | - | 21.06.09 |
Extra City Antwerpen
Center for Contemporary Art
Tulpstraat 79
BE-2060 Antwerpen
Belgien
A new section on War Artists in our Link Archive
Steve Mumford, Bhagdhad Journal: Charlie 1-153 off Haifa Street
Sgt. Jerry Holland of the Arkansas National Guard off Haifa Street.
An insurgent fired a burst from a machine gun over our heads just after I started the drawing.
The Plains of Mars: European War Prints, 1500—1825, from the Collection of the Sarah Campbell Blaffer Foundation is the first large-scale exhibition to survey the theme of war and peace in the early modern period specifically through the graphic print. Among the artists represented are Albrecht Dürer, Annibale Carracci, Jacques Callot, Francisco de Goya, and Théodore Géricault.
The show is divided into five thematic categories, providing considerable overlap and interplay: 1) War; 2) Soldiers; 3) Soldiers and Civilians; 4) Battle; and 5) Peace. The exhibition presents varied images of soldiers; battles (including specific historical events); production, innovation, and instruction in arms and armor; and representations of abstract concepts related to war and peace.
February 7 - May 10, 2009 at the Audrey Jones Beck Building
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The catalogue "The Plains of Mars: European War Prints, 1500-1825, from the Collection of the Sarah Campbell Blaffer Foundation" is published by Yale University Press.
Die Art von kernigem Realismus, der Sandow Birk in seinen Historienmalereien frönt, gehört zu einer Facette nordamerikanischer Kunst, die dort zwar ungebrochen populär ist, die aber in Europa nie so recht Fuß fassen konnte. Wem ist hierzulande beispielsweise der Name George Bellows ein Begriff – ein Künstler, dessen muskulöser Sozialrealismus zu Anfang des 20. Jahrhunderts in der New Yorker Malereiszene tonangebend war und als dessen Nachfolger der kalifornische Malerstar Sandow Birk von seinen Galerien heute gehandelt wird? Und nicht nur Bellows drastische Weltkriegsgrafiken haben erklärtermaßen bei Birks Holzschnittfolgen zum Irakkrieg Pate gestanden, sondern auch die beiden unvermeidlichen Vorbilder von Kriegsgräueldarstellungen aller Art, Jacques Callots Kupferstichfolge "Les Misères et Les Malheurs de la Guerre" von 1633 und Francisco Goyas Radierzyklus "Desastres de la Guerra".
Erstere ist auch in dem opulenten Bildband, der 2007 zu Birks "The Depravities of War" erschienen ist, komplett abgebildet. Die raumgreifenenden Holzschnitte des Kaliforniers verstehen sich als eine Paraphrase auf Callots barocke szenische Darstellungen aus dem dreißigjährigen Krieg. Indem Birk die allseits bekannte Bildberichterstattung des Irakkriegs aus ihrer Pixel-Entität in die Schraffuren einer klassischen Drucktechnik überführt, gelingt es ihm, die flüchtigen visuellen Bruchstücke tagesaktueller Kriegsberichterstattung in einen überzeitlichen, bilderbogenartigen Erzählzusammenhang zu entrücken. Das Medium Holzsschnitt erweist sich dabei als erheblich wirkunsgvoller als die Malereien, mit denen Birk diesem Thema ansonsten auch zu Leibe rückt.
Der Heidelberger Kunstverein zeigt nun als erste europäische Institution eine Einzelausstellung von Sandow Birk, die sich auf die fünfzehn Holzschnitte seines Kriegszyklus konzentriert. B.P.
28.02.-03.5.2009
Ausschnitt
Ausschnitt
BREMERHAVEN - NEW YORK
mit druckgrafischen Arbeiten von
Luis Camnitzer
Bogdan Hoffmann
Birgit Jensen
Ben Katchor
Stephan Mörsch
Alexander Roob
Dierk Schmidt
Paul Schwer
Andreas Siekmann
Susan Turcot
Das Melton Prior Institut hat in den Jahren 2007/2008 mit einer Reihe internationaler Künstler/innen eine druckgrafische Mappe produzieren können, die den Standort Bremerhaven im allgemeinen und die Migrationslinie Bremerhaven – New York im besonderen thematisiert. Bremerhaven, seit Mitte des 19. Jahrhunderts einer der wichtigsten Auswanderungshäfen in Europa, wird in seiner historischen und zeitgenössischen Bedeutung aus unterschiedlichen künstlerischen Gesichtspunkten in den Blick genommen. Diese Edition repräsentiert nun nicht nur ein breites Spektrum künstlerischer Auseinandersetzungen mit diesem Themenkreis, sondern auch eine große Vielfalt druckgrafischer Lösungen – von „klassischen“ Techniken wie Radierung, Siebdruck und Steindruck bis hin zum Digitaldruck und Kombinationsverfahren. Ein wichtiger Bestandteil der künstlerischen Arbeit bestand in der Recherche vor Ort, dem Zeichnen vor dem Motiv als Gedächtnisskizze, als Grundlage druckgrafischer Ausarbeitung.
Kunsthalle Bremerhaven
Fr. 16. Januar 2009, 17 Uhr
Galerie Ursula Walbröl, Düsseldorf
17. Januar bis 28. Februar 2009
Eröffung am 17. Januar, 18 - 20 uhr

This contribution on the famous Belgique draughtsman includes the astonishing document "images du monde visionnaire", an educational film by Henri Michaux and Eric Duvivier which was produced in 1963 by the film department of Swiss pharmaceutical company Sandoz "in order to demonstrate the hallucinogenic effects of mescaline and hashish.


Die Hochschule Luzern, Design & Kunst präsentiert auf ihrer Website einen Online-Katalog der Ausstellung «Unterwegs – gezeichnete Reportagen», die 2006 im Rahmen des Luzerner Comic-Festivals Fumetto stattfand. Gezeigt wurden Reisetagebücher, Skizzenbücher und eine Auswahl von Originalarbeiten. Die Bandbreite war gross: Von Robert Weavers Skizzen aus den Beständen des MePri über die Arbeiten von deutschen, schweizer, englischen, finnischen… Künstlern bis hin zu den von jungen französischen Comic-Autoren gezeichneten Doppelseiten der französischen Tageszeitung «Libération»

Mit der Eröffnung einer Ausstellung in der Berliner Philharmonie und der Neuerscheinung einer kleinen monographischen Publikation zum pressegraphischen Werk von David Friedmann gilt es die Wiederentdeckung eines wichtigen Reportagezeichners der Weimarer Zeit zu feiern. David Friedmann war ein Schüler von Lovis Corinth, der im Berlin der zwanziger Jahre mit spätimpressionistischen Malereien reüssiert hatte. Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 fand seine künstlerische Karriere ein abruptes Ende. Der jüdische Künstler floh mit seiner Familie nach Prag und wurde von dort aus zuerst ins Ghetto von Lodz und schließlich nach Auschwitz deportiert. Nahezu das gesamte malerische und graphische Werk Friedmanns aus der Berliner Zeit ist von der Gestapo vernichtet worden.
Als hervorragendem Porträtisten war es Friedmann ab 1924 gelungen, sich neben bekannten "Kopfjägern" wie Fred Dolbin und Emil Stumpp als einer der profiliertesten Pressezeichner der Zeit zu etablieren. Vor allem für die "BZ am Mittag", die im Berliner Ullstein-Verlag erschien, fertigte er Hunderte von Schnellporträts an. In Zusammenarbeit mit Friedmanns Tochter Miriam Friedman Morris ist es dem Berliner Kunsthistoriker Detlef Lorenz gelungen, die raren Spuren, die sich von Friedmanns vergessener Wirksamkeit erhalten haben, ausfindig zu machen.
In der Ausstellung, die am geschichtsträchtigen 8. November 2008, dem siebzigsten Jahrestag der Reichskristallnacht um 18 Uhr in der Konzerthalle der Berliner Philharmonie eröffnet wird, ist eine Reihe von dreißig Porträts berühmter jüdischer Mitglieder des Berliner Orchesters zu sehen, die später alle das gemeinsame Emigrantenschicksal teilten. Die Porträts fanden sich in reproduzierter Form in den Ausgaben der Programmzeitschrift "Der Deutsche Rundfunk". Die Ausstellung ist bis zum 3.1.2009 zu sehen.
Die kürzlich im Verlag Hentrich & Hentrich erschienene Publikation von Detlef Lorenz zum pressegraphischen Werk Friedmanns zeigt ein breiteres Spektrum seiner Porträtzeichnungen, darunter die Konterfeis von Arnold Schönberg, Ernst Toller und Curt Bois.
Einige interessante Links auf das Werk von Friedmann:
> Friedmanns Biographie mit Bildbeispielen
> Friedmanns Ghetto-Zeichnungen und Auschwitz-Bilder
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The painter and graphic artist David Friedmann lived in Berlin from 1911 and was a student of Herrmann Struck (etching) and Lovis Corinth (painting). Until the Nazis came to power in 1933, Friedmann was a successful artist producing late impressionist landscapes, still lifes, and nudes. In 1938, he fled with his young family to Prague only to be deported in 1941 to the Lodz Ghetto and then in 1944 to Auschwitz. Almost his complete works were confiscated and probably destroyed by the Gestapo.
Friedmann, who had a reputation as an excellent portraitist, had the opportunity in 1924 to sketch, mainly portraits, for various newspapers and magazines. According to his own information, he portrayed hundreds of personalities from the theatrical world and in music, politics, and sports. This volume shows a small selection including Arnold Schönberg, George Szell, Gregor Piatigorsky, Simon Goldberg, Richard Tauber, Leo Slezak, Curt Bois, Carl Ebert, Emanuel Lasker, among others.
On November 8, 2008 at 6:00pm, the eve of the 70th anniversary of Kristallnacht, there will be an exhibition of David Friedmann Art opening at the Berlin Philharmonic Concert Hall scheduled through January 3, 2009. Reproductions of thirty discovered portraits will be displayed – of mostly Jewish exiled composers, violinists, pianists, conductors, cellists, who were forced to flee during the Nazi regime. The portraits were among 200 drawings found in the radio program magazine for all German listeners "Der Deutsche Rundfunk". From the hundreds of drawings lost during the Nazi Regime, one has fatefully emerged just in time for the exhibition, the portrait of Czech violin virtuoso Váša Príhoda.
A few interesting links:
> A new publication by Detlef Lorenz focusing on Friedmans portraits.
> His Biography and some examples of his editoral graphics
> Friedmanns Ghetto-Drawings and Auschwitz-Pictures.

In the 1980s Margaret Thatcher made the notorious neo-liberal statement 'there is no alternative' (TINA for short), meaning that global free market capitalism is the only tenable economic theory.
This exhibition in the DRAWING ROOM, London, curated by Olivia Plender, brings together an international group of artists who make work across a range of media including drawing, film, performance, sculpture and installation. The works in the show use a historical perspective to address issues ranging from the social effects of the collapse of communism and the troubled relationship between capitalism and ideas of liberty, to the strategies of withdrawal and secrecy used by off-shore companies, fictitious capital, and the ubiquitous use of Post-Modern architecture to manipulate a sense of scale and history in post-Thatcher Britain.
Participating artists: Petra Bauer, Pablo Bronstein, Melanie Gilligan, Goldin+Senneby, Anja Kirschner, Ciprian Muresan, Olivia Plender
9 October – 30 November 2008
The Drawing Room
Tannery Arts
Brunswick Wharf
55 Laburnum Street
London E2 8BD

Pablo Bronstein, Canary Wharf, 2007
Die neue Ausgabe des Schweizer Comic Magazins "Strapazin" dreht sich um "Zeichnerinnen und Zeichner, die mit Leidenschaft und Akribie das Geschehen in ihrer nächsten Umgebung wahrnehmen, zu Papier bringen und uns damit ebenso gut unterhalten wie informieren." (Pressetext) Es enthält Reportagen über Verkehrsunfälle (Christoph Fischer), den Alltag italienischer Emigrantenfamilien (Valérie Losa), biographischer Erinnerungen über Kindheitserlebnisse in China (Yan), illustrierte Interviews aus Südindien (Andrea Caprez, Andreas Gefe, Christoph Schuler), sowie einige Beispiele graphischer Stadterkundungen (Peter Blegvad, Ben Katchor und Patrick Sandri).

Der Tübinger Sinologe und Politikwissenschaftler Andreas Seifert legt mit dieser Publikation die erste umfassende Darstellung der modernen chinesischen Bildergeschichte vor. Mit initiiert wurde diese neuzeitliche chinesische Comicbewegung in den 1930er Jahren von dem Dichter Lu Xun, der ebenfalls für eine Neubegündung des chinesischen Holzschnitts verantwortlich war. Das Buch verfolgt die lange Traditionslinie von der klassischen textbegleitenden Illustration zu den eigenständigen Bildgeschichten im 20. Jahrhundert. Deutlich wird dabei, dass die "Lianhuanhua", die chinesische Form der Comics, in ihrer modernen maoistischen Ausprägung bereits auf ein vielfältiges Repertoire grafischer Ausdruckmöglichkeiten aus den vorangegangenen Jahrhunderten zurückgreifen konnten

(aus: He Youzhi, Shiwu guan, Shanghai 1979)
The Drawing Center presents 'Rirkrit Tiravanija: Demonstration Drawings' in the Main Gallery. This exhibition, featuring more than 200 works on paper, is the first U.S. museum exhibition of the artist's ongoing series of commissioned drawings derived from photographs of demonstrations published in the 'International Herald Tribune.'
While public protests and mass demonstrations are often associated with the leftist politics of the 1960s, Tiravanija's project reconsiders their relevance in today's political climate. For the 'Demonstration Drawings,' Tiravanija has commissioned Thai artists, many of them former students, to create a series of photorealistic pencil drawings depicting multifarious responses to power, oppression, and global capital. Tiravanija's drawings translate photojournalist depictions of acts of political spontaneity into a medium itself characterized by immediacy-turning ephemeral images of strife and social conflict into documents of political aspiration.
By providing a perspectival view of collective actions, political protests, and popular sovereignty movements worldwide, the 'Demonstration Drawings' confront commonly-held assumptions about globalization and the resistance to economic liberalism. This exhibition is curated by João Ribas.
In conjunction with the exhibition, The Drawing Center has published the newly-formatted 'Drawing Papers 79: Rirkrit Tiravanija: Demonstration Drawings,' a 120-page publication featuring approximately 75 black-and-white reproductions of the works exhibited in the show as well as essays by curator João Ribas and noted journalist and literary critic David Rieff.
The Drawing Center
35 Wooster Street
New York, NY 10013
www.drawingcenter.org
September 12 – November 6, 2008
Tue – Fri, 10am – 6pm; Sat, 11am – 6pm

Allen, die bislang noch nicht zu der Einsicht durchdringen konnten, dass van Gogh in erster Linie ein eminent graphischer Künstler war, bietet sich nun in der großen Herbstausstellung der Wiener Albertina die Gelegenheit, das Versäumte anhand einer hochkarätigen Werkauswahl aus 51 Gemälden und 89 Zeichnungen nachzuholen.
Die Ausstellung folgt einer streng chronologischen Abfolge. Sie verteilt sich auf acht Räume, in denen die allmähliche Aufhellung seiner Palette durch alternierende Wandfarben nachvollzogen wird, vom deprimierenden Dunkelgrün der frühen holländischen Jahre bis zum freundlichen Orange einer mediterranen Sonne.
Auch der opulente Katalog, der im Handel in einer Hardcoverversion erhältlich ist, offeriert in der intelligenten Durchmischung von zeichnerischem und malerischem Werk einen kulinarischen Genuss; vor allem bleibt dieser ganz ungetrübt von den Schrecknissen des Massenparcours, den die real existierende Ausstellung vorstellt. Van Gogh selbst hat übrigens die Reproduktionsdarstellung, am liebsten in möglichst billiger Verfremdungsqualität, weit mehr geschätzt als den Fetisch des Originals, sowohl aus ideologischen als auch aus künstlerischen Gründen. Insofern bleibt die Betrachtung seiner Kunst in der Form von Massenreproduktionen diejenige Art der Konsumierung, die seinem eigenen Ansatz den größten Respekt zollt.
Der Verdienst des Albertina-Unternehmens ist es, dass es mit all der institutionellen Autorität dahinter, dazu beitragen kann, die unsinnige kategoriale Auftrennung in van Goghs Werk ein für allemal zu beenden. Dafür sollte allein schon der knallige Titel der Schau, "Gezeichnete Bilder", sorgen. In dem Anspruch, "einen neuen Wahrnehmungsrahmen für van Goghs Schaffen" herzustellen, den Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder im Vorwort vollmundig verkündet, scheitert sie allerdings, denn sie geht einer detaillierteren Auseinandersetzung mit der Entwicklung seines komplexen Graphismus so weit wie möglich aus dem Weg. Ausreichende Versuche einer Beantwortung der Frage, wie sich der ausserordentliche struktureller Erfindungsreichtum seiner Zeichensprache erklärt, werden nicht unternommen.
Ein weiteres Mal stellt sich nun die Frage, was die zeitgenössische Van-Gogh-Rezeption eigentlich davon abhält, dessen unablässige Bemühungen angemessen zu würdigen, sich umfängliche Kenntnisse über die Illustrationsgrafik und die Reproduktionstechniken seiner Zeit zu verschaffen. Die Zeugnisse, die dies belegen, liegen in seinem hervorragend edierten Briefwechsel vor, und sie sprechen von einer sehr systematischen und analytischen Durchdringung dieser Materie. Die Ergebnisse dieses erstaunlichen Beispiels einer frühen "artistic research" sind sukzessive in die Entwicklung seiner eigenen bildnerischen Sprache eingeflossen.
Die Katalogbeiträge verbleiben vom Informationsgehalt, den sie in der Sache bieten, auf einem hinlänglich bekannten, unbefriedigenden Niveau: Seine Sammlertätigkeit findet zwar beiläufige Erwähnung, auch beeilt man sich von einem generellen Einfluss dieser Illustrationsgrafiken auf van Goghs Kunst zu sprechen, ansonsten belässt man es bei dem völlig verfehlten Eindruck, es handle sich dabei um egalitäre Massenwaren, die von anonymen Gebrauchsgraphikern verfertigt worden sind. Dabei war es doch gerade van Goghs Bemühen gewesen, die Urheber auszudifferenzieren und ihre jeweiligen innovativen Leistungen zu registrieren, auch und vor allem, um sie für seine eigene Arbeit zur Anwendung bringen zu können. Einzig die drei Zeichner des "Graphic", Hubert Herkomer, Luke Fildes und Frank Holl werden einer Erwähnung wert befunden. Anscheinend haben sie sich gegenüber anderen, für van Goghs Kunst oft weitaus wichtigeren Grafikern vor allem durch ihre späteren Erfolge in der viktorianischen Porträt- und Genremalerei und die dadurch resultierenden Erwähnungen in einschlägigen Künstlerlexika hinlänglich nobilitiert. Van Goghs Leistungen in der Erforschung der Illustrationsgrafik und auch seine Ambitionen, die Barrieren zwischen "High" und "Low" in der Kunst seiner Zeit zu überwinden, finden im Rahmen des Albertina-Projekts keine Beachtung.
Die Ausstellung ist das immens aufwändige Zeugnis einer vertanen Chance, auf der Basis der These einer graphisch geprägten Werkkonzeption ein neues Verständnis für die Kunst van Goghs und auch für dessen Person zu entwickeln. Der van Gogh, den uns Klaus Albrecht Schröder und seine Kuratoren servieren, muss ärgerlicherweise weiterhin im starren Korsett eines eruptiv-subjektivistischen Wesensschauers schmoren, in das ihn die nachfolgende Generation von Expressionisten gezwängt hat; ein Korsett, das zum Wiener Parcours und zu dem ihn abschließenden Devotionalien - Shop allerdings ganz wunderbar passt. Denn schliesslich muss folgende Kalkulation aufgehen: Die Durchschleussung von 4.500 Besucher täglich ist erforderlich, damit alleine die Aussenkosten der Show gedeckt sind. Zur Finanzierung der gigantischen Versicherungsprämien musste sogar die österreichische Staatshaftung aufgestockt werden, was den parlamentarischen Vorgang einer Gesetzesnovelle erforderlich machte. Man kann davon ausgehen: Wenn der verrückte Holländer nicht mindestens ebensoviel auf die Waage bringt wie der alte Dürer, der der bisherige Rekordhalter in punkto Massenattraktion ist, dann werden wohl Köpfe rollen. Davor bewahre uns die Van Gogh - Klischeemaschine. (Alexander Roob)
Vincent van Gogh: Gezeichnete Bilder, 5. September bis 8. Dezember, Albertina, Wien
Music by Mark Mulcahy / Libretto and Pictures by Ben Katchor
Cartoonist Ben Katchor and composer Mark Mulcahy created a multi-media musical that explores the mystery and wonder of the coat checkroom.
New York Public Library
Fifth Avenue and 42nd Street
New York, NY
Thursday, November 13, 2008
at 7:00 PM
South Court Auditorium
For more info visit the Cullman Center website.
"Das Projekt „Quedlinburg“ von Stephan Mörsch ist ein zeichnerischer Spaziergang an die Peripherie der Stadt und thematisiert kleine architektonische Freiheiten in einem reglementierten Ordnungssystem, dem Schrebergarten. Mörschs Zeichnungen und Miniaturen sind narrativ aufgeladene Parallelwelten, fiktionalisierte Fortsetzungen alltäglicher Beobachtungen mit einem Schuss Empathie." (Björn Egging)
Der Katalog zur Ausstellung, die Anfang des Jahres in der städtischen Lyonel-Feininger Galerie in Quedlinburg stattfand, ist im Textem-Verlag Hamburg erschienen.
Seit Beginn diesen Jahres ist die wohl umfangreichste Sammlung von Chodowiecki-Grafiken (ca. 2500 Stiche und 14 Zeichnungen), die der Hannoveraner Galerist und Chodowiecki-Spezialist Jens-Heiner Bauer zusammengetragen hatte, in den Besitz des Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg übergegangen. Die Sammlung enthält eine Vielzahl von originären Zustands-und Farbdrucken des bedeutendesten deutschen Illustrators des achtzehnten Jahrhunderts. Ediert wurden die Bestände der Sammlung 1982 von Bauer im Selbstverlag in der Publikation "Daniel Nikolaus Chodowiecki, Das druckgraphische Werk". Neben den Berliner Sammlungen des Kupferstichkabinetts und der Gemäldegalerie hat sich Regensburg mit diesem Ankauf nun als weitere bedeutende Anlaufstelle der Chodowiecki-Forschung etabliert.
Daniel Chodowiecki war neben Paul Sandby der wohl wichtigste Pionier der Reportagezeichnerei der auslaufenden Rokoko-Ära. In seinem MePri-Beitrag "Zügelloses Zeichnen", der sich über das Archiv der alten Website des Instituts abrufen lässt, hat sich Hans Lukas Lang mit dem Einfluss Chodowieckis auf die dokumentarische Zeichenweise von Adolph Menzel beschäftigt.
Der Zeichner Andy Bleck, der auf unserer Website schon vor einiger Zeit mit einem Pictorial zum Londoner Victoria & Albert Museum vertreten war, hat auf seiner Website eine Fülle neuer Zeichnungen, Aquarelle und Collagen zugänglich gemacht, die an den unterschiedlichsten Orten entstanden sind: http://www.konkykru.com/kunst#
In ihrem situativen Einfühlungsvermögen und ihrer Beobachtungsgabe können sich die Gerichtszeichnungen der Kölner Künstlerin Cony Theis mit denen ihres Vorbilds Erich Dittmann messen, dem 1999 verstorbenen Nestor der westdeutschen Justizgrafik. (>Erich Dittmann).
Die Ausstellungtournee "Zeit richten" von 2004 hatte sich vor allem diesem journalistischen Aspekt im Werk der Künstlerin gewidmet (Ein gleichnamiges Katalogbuch ist im Salon Verlag Köln erschienen).
In einer aktuellen Ausstellungsreihe mit dem Titel "See me" kommen nun weitere Facetten ihrer Arbeit zur Geltung:Porträtstudien ihres Freundeskreises auf Papier und Haut, Fotoarbeiten und Zeichnungen, die um das Selbst und den "Künstlerkosmos" kreisen und Mobile-artige Rauminstallationen, die den Justizapparat und die Fragilität von Moralvorstellungen zum Gegenstand haben.
Die Ausstellungsreihe ist dreiteilig angelegt, wobei jeder Abschnitt einen anderen Schwerpunkt repräsentiert. Teil 1 ist noch bis zum 27. Juli 2008 im Ludwig Museum in Koblenz zu sehen. Die beiden folgenden Stationen sind das Rheinische Landesmuseum Bonn (2009) sowie die Kunsthalle Erfurt (2010). Das Katalogbuch "Cony Theis. See me." ist im Kerber Verlag Bielefeld erschienen.
Ludwig Museum Koblenz, 22. Juni bis 17. Juli 2008
Cony Theis, Landgericht Köln, 2008 (Abb. Katalog)
Good news for all those who missed the last MePri lecture: on the website of Princeton University you can find a streaming version of a lecture Ben Katchor held on "Halftone Printing in the Yiddish Press and Other Objects of Idol Worship."
"A forty-minute slide-show / lecture expanding upon the theme of image worship as presented in my book 'The Jew of New York'. Through an examination of the use of photographic reproduction in a variety of 20th century Yiddish books and newspapers, I will endeavor to explain how Jewish proscriptions against the establishment of idolatrous images have influenced, and been influenced by, modern printing technology. Are the photographic images one finds in the Yiddish press of an intentionally low quality, or have they been degraded by accident? At what point is one no longer able to 'read' a photographic image, and when does one turn by necessity to its text caption? I will demonstrate how certain potentially dangerous symbols are reduced by the vagaries of the printing process to harmless signs pointing to a momentary event in the real world. Part two of the this lecture examines the possibility of finding other forms of graphic representation to excite our collective memory of persons and places." (Ben Katchor)
http://www.princeton.edu/WebMedia/special/
scroll down to October 21 through 23, 2001 - Conference: Celebration of Jewish-American Writers
Der Vortrag von Ben Katchor „Reading in Public“ dreht sich um die Geschichte der öffentlichen Lesesäle von New York City, die „eine Menge zu tun hat mit den Antagonismen zwischen Text und Bild.“ (Ben Katchor)
Ben Katchor zählt zu den renommiertesten und eigenwilligsten Exponenten des „Independent American Comic“. Seine Publikationen um den Immobilienfotografen Julius Knipl, der sich wie ein wandelndes Kameraauge durch arkane Bereiche
einer imaginären New Yorker Alltagswelt bewegt, sowie seine vielschichtige graphische Historienerzählung um den „Jew of New York“ finden mittlerweile ein internationale Verbreitung und haben ihm eine Reihe von Preisen und Fellowships in den Bereichen von Kunst und Literatur eingebracht.
Katchor liefert regelmässig „Picture stories“ für den „New Yorker“, die „New York Times“ und das renommierte Architekturmagazin „Metropolis Magazine“. Daneben hat er zahlreiche Musiktheaterstücke geschrieben und in Szene gesetzt. Er lehrt im Department Illustration an der Parsons New School of Design New York und forscht zur Zeit über die Entwicklung der Milchrestaurants im neunzehnten Jahrhundert.
Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.
Montag, 9. Juni um 19 Uhr
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Am Weißenhof 1, Alte Aula Altbau
Die Exposition internationale du Surréalisme von 1938 ist ein Mythos sowohl für die Kunstgeschichtsschreibung wie für die Entwicklung neuer Ausstellungsformen. André Breton, Giorgio de Chirico, Salvador Dalí, Marcel Duchamp, Max Ernst, Alberto Giacometti u.a. - ihnen ist mit dieser revolutionären Ausstellung nicht nur der Gegenentwurf zur traditionellen Galerieausstellung gelungen. In ihrer umfassenden und exzellent recherchierten Untersuchung präsentiert Annabelle Görgen eine Fülle neuen Materials und leistet - besonders mit der Entdeckung der Arts incohérents als Vorläufer im 19. Jh. - einen außerordentlichen Beitrag zur kunsthistorischen Forschung der Moderne.
Dr. Annabelle Görgen, Promotion an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, ist Kuratorin an der Hambuger Kunsthalle.
München 2008, Silke Schreiber Verlag, 312 Seiten, 148 Abb., 24 x 18 cm, broschiert
ISBN 978-3-88960-074-5
Das surrealistische Verfahren der poetischen Zündung, die Methode der Kombinatorik, und der häufig sprachspielerische und schwarze Humor erhalten durch die Erforschung einer wenig bekannten Pariser Künstlergruppe des späten 19. Jahrhunderts einen neuen historischen Hintergrund: Die Arts incohérents waren zwischen 1882 und 1893 eine Gruppe von Kunstparodisten, die sich selbst nicht ernst nahm. Doch die Rolle der „inkohärenten Künste“ als Vorläufer und Anreger der Surrealisten wird offensichtlich in Gegenüberstellungen von surrealistischen und inkohärenten Werken und Objekten – wie Duchamps L.H.O.O.Q. oder Magrittes und Dalís Venus, – aber auch von Arbeitsmethoden und Grundlagen wie Haltung zum Bürgertum, zum Lachen, zur Stellung zwischen Kunst und Spektakel, zum Selbstverständnis der Künstler etc.. Die vergessene Künstlergruppe muß daher aus heutiger Sicht ernst genommen werden, wie die Abhängigkeit der Werke der Surrealisten von dem Fumismus – der Blufferei – des 19. Jahrhunderts. Dies gilt umso mehr, als Belege für konkrete Kenntnis der Arts incohérents durch Breton und Duchamp geliefert werden können.
Dienstag, 27. Mai um 19 Uhr
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Alte Aula Altbau









